Raumakustik verbessern – Tipps & Tricks

Sie können Ihre Lieblingsmusik im heimischen Wohnzimmer nicht in der gewünschten Qualität hören? Der Straßenlärm verbreitet sich trotz geschlossener Fenster gefühlt zu laut im Raum?

An solchen Problemen müssen nicht zwangsläufig eine minderwertige Stereoanlage oder alte und undichte Fenster schuld sein. Es kann auch einfach an einer ungünstigen Raumakustik liegen! Wie Sie diese verbessern können, erfahren Sie hier.

Was ist Raumakustik?

Die Raumakustik ist eine Disziplin, die sich mit der Untersuchung und Analyse von direktem und reflektiertem Schall befasst. Eine angemessene Akustik ist in allen Räumen wichtig, in denen der Schall an den Hörer übertragen wird – was sowohl Sprache als auch Musik einschließt.

Die Kriterien für die Gestaltung der Raumakustik richten sich idealerweise nach dem Verwendungszweck des Raums. So ist es beispielsweise ratsam, in Musikstudios mehr absorbierende Oberflächen zu verwenden als in Büros oder Wohnzimmern. In denen geht es nicht in erster Linie darum, ein optimales Musikerlebnis zu erreichen. Natürlich ist es möglich, eine geeignete akustische Lösung sowohl für Sprache als auch für Musik im selben Raum zu schaffen, dies wird jedoch oft nur mit gewissen Kompromissen erreicht.

Warum Raumakustik verbessern?

Zwei Beispiele wurden bereits im Einleitungstext angeschnitten, bei denen es sich lohnt, die Raumakustik gezielt zu verbessern. Doch es gibt noch viele weitere Bedarfsfälle. Sei es der Lärm des hauseigenen Hundes, den schlecht zu verstehenden Ton des Fernsehers oder ein unangenehmes Gefühl bei persönlichen Gesprächen – all das können Gründe sein, die Raumakustik zu verbessern.

Übrigens schließt sich dem Thema Raumakustik auch nahtlos der Bereich Schallschutz an – nämlich immer dann, wenn es um das Thema Lärmbelästigung geht. Schallschutz bezieht sich somit auf Maßnahmen und Technologien, die darauf abzielen, die Ausbreitung von Schall zu reduzieren oder zu verhindern, um die Lärmbelästigung in einem bestimmten Bereich zu minimieren. Es geht darum, unerwünschte Geräusche entweder am Entstehungsort zu dämpfen oder ihre Übertragung von einem Raum oder Bereich zu einem anderen zu verhindern.

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Raumakustik verbessern – Schallabsorber für Wände

Der Hauptunterschied zwischen der Schallausbreitung in Innenräumen und im Freien liegt in der Stärke des reflektierten Schalls. In Innenräumen wird der Schall natürlich stärker reflektiert als im Freien, weil die Schallwellen von den Wänden des Raums und den dort verwendeten Geräten abprallen. Die Art und Weise, wie der Schall reflektiert wird, hängt von der Form des Raums und der Struktur der verwendeten Materialien ab.

Schallreflexion

Bei direkten Reflexionen ist der Einfallswinkel gleich dem Reflexionswinkel, so dass die reflektierten Schallwellen in der Regel an relativ glatten Oberflächen (an Wänden) auftreten. Trifft eine Schallwelle jedoch auf eine zerklüftete Oberfläche, wird der Schall diffus reflektiert. In diesem Fall wird die Reflexion in viele Reflexionen geringerer Intensität aufgespalten, die in einem weiten Winkel gestreut werden und ein gleichmäßiges Schallfeld erzeugen, in dem wir das beste Hörerlebnis erzielen.

Da Schallwellen von allen geeigneten Oberflächen des Raums (vor allem von den Wänden) reflektiert werden, können absorbierende Materialien zu Einsatz kommen, um den Einfluss des reflektierten Schalls auf den hörbaren Klang zu verringern. Dabei spricht man auch von Schallabsorbern.

Schallabsorber für die Wände sind also Materialien oder Konstruktionen, die darauf ausgelegt sind, Schallwellen zu absorbieren und somit die Schallreflexionen in einem Raum zu reduzieren. Diese Absorber tragen dazu bei, den Nachhall und die Lärmbelästigung zu verringern und die Akustik in einem Raum zu verbessern. Es gibt verschiedene Arten von Schallabsorbern, die an Wänden verwendet werden können:

Akustikplatten / Paneele

Diese Platten bestehen aus schallabsorbierenden Materialien wie Mineralwolle, Akustikschaum, Holzfaserplatten oder speziellen Textilien. Sie werden direkt an den Wänden befestigt und sind in verschiedenen Formen und Größen erhältlich. Paneele sind ähnlich wie Akustikplatten beschaffen, jedoch oft in einem Rahmen eingefasst und können damit leichter montiert und demontiert werden.

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Schallschutzvorhänge und -stoffe

Schallschutzvorhänge sind schwere, dichte Vorhänge aus speziell entwickelten Akustikstoffen, die an Wänden aufgehängt werden, um Schall zu absorbieren. Sie sind besonders praktisch für Räume, in denen eine flexible oder vorübergehende Lösung erforderlich ist.

Schallschutzbilder

Diese Kombination aus Kunst und Funktionalität besteht aus dekorativen Bildern oder Drucken, die auf schallabsorbierenden Materialien montiert sind. Sie bieten somit eine ästhetisch ansprechendere Möglichkeit, den Schall zu absorbieren.

Perforierte Platten und Paneele

Diese bestehen aus festen Materialien wie Holz, Metall oder Gipskarton, die mit kleinen Löchern oder Schlitzen durchsiebt sind. Hinter den perforierten Platten befindet sich ein schallabsorbierendes Material, das den Schall durch die Löcher hindurch absorbiert.

Akustikschaumstoff

Hierunter versteht man Schaumstoffpaneele mit spezieller Struktur (z. B. Pyramidenschaumstoff, Noppenschaumstoff), wie sie oft in Tonstudios verwendet werden. Aufgrund der Optik sind sie für den privaten oder gewerblichen Bereich eher ungeeignet.

Weitere Tipps für die Raumakustik

Zu leere, aber auch zu vollgestellte Räume sind schlecht für die Raumakustik. Nachfolgend einige Tipps, wie diese sich verbessern lässt:

  • Stellen Sie Bücherregale und Möbel an strategischen Stellen auf, um Schall zu brechen und zu absorbieren.
  • Installieren Sie Eckbassfallen (Bass Traps) in den Ecken des Raums, um tieffrequente Schallwellen zu absorbieren.
  • Verwenden Sie speziell entworfene Möbel mit integrierten Schallabsorbern.
  • Stellen Sie Raumteiler und große Pflanzen auf, um Schall zu dämpfen und zu zerstreuen.

Fazit

Schlechte Raumakustik kann sehr störend sein. Mit den hier aufgeführten Maßnahmen sollten Sie problemlos dazu in der Lage sein, die Akustik in Ihren Räumen auf ein ganz neues Niveau zu heben.

Hajo Simons
Hajo Simons

arbeitet seit gut 30 Jahren als Wirtschafts- und Finanzjournalist, überdies seit rund zehn Jahren als Kommunikationsberater. Nach seinem Magister-Abschluss an der RWTH Aachen in den Fächern Germanistik, Anglistik und Politische Wissenschaft waren die ersten beruflichen Stationen Mitte der 1980er Jahre der Bund der Steuerzahler Nordrhein-Westfalen (Pressesprecher) sowie bis Mitte der 1990er Jahre einer der größten deutschen Finanzvertriebe (Kommunikationschef und Redenschreiber).

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