Eternitplatten entsorgen – so geht es richtig

Eternitplatten sind sogenannte Faserzementplatten, die mit Asbest versehen wurden, um den Platten eine gewisse StabilitÀt zu verleihen. Aber wie lassen sich diese fachgerecht entsorgen?

Bei einer Entsorgung gehören Eternitplatten auf keinen Fall in den HausmĂŒll, sondern mĂŒssen separat entsorgt werden. Mit Eternit ist eigentlich ein Markenname gemeint, der sich jedoch im Laufe der Zeit im Volksmund als Gattungsbezeichnung durchgesetzt hat.

Verbaut wurden Eternitplatten in den 1950er bis 1980er Jahren – als Wandverkleidung oder auch als Dachplatten. Um die Platten ordnungsgemĂ€ĂŸ zu entsorgen, ist auf einige Kriterien zu achten. Da Eternitplatten höchstwahrscheinlich unter Zusatz von Asbest hergestellt wurden, können sie unter UmstĂ€nden krebserregend sein. Gerade wenn Platten brechen, setzen sie den gefĂ€hrlichen Asbest frei, und dieser kann in die Lunge gelangen. HeimtĂŒckisch daran ist, dass sich eventuelle gesundheitliche Folgen erst nach Jahren zeigen können.

Faserzementplatten und Asbest

Faserzementplatten bestehen, wie der Name bereits verrĂ€t, aus Zement und Fasern. Erfunden wurde der Baustoff bereits Ende des 19. Jahrhunderts vom Österreicher Ludwig Hatschek, indem dieser 90 Prozent Zement mit 10 Prozent Asbestfasern und Wasser mischte. Durch die Fasern wurde der Zement nicht nur biegsamer, sondern zudem auch bestĂ€ndiger und wurde hauptsĂ€chlich fĂŒr den Einsatz als Dach- und Fassadenverkleidungen genutzt.

Aufgrund einiger positiver Eigenschaften wurde das Gemisch als leicht, gĂŒnstig, feuerfest, wasserdicht, frostbestĂ€ndig und dampfdurchlĂ€ssig vermarktet. Seinen Siegeszug begann Eternit in den 1960er Jahren und wurde so zu einem der beliebtesten Baustoffe, die es auf dem Markt gab.

Eternitplatten vorschriftsmĂ€ĂŸig entsorgen

Diejenigen, die ein GebĂ€ude erworben haben, das ĂŒber eine Fassadenverkleidung oder Dacheindeckung aus Faserzementplatten verfĂŒgt, sollten zuerst das Baujahr ermitteln. Stammen die Platten aus dem Jahr 1980 oder davor, enthalten sie mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit Asbest. Sind die Platten allerdings zwischen den Jahren 1980 und 1993 hergestellt worden, sollte ein Fachmann zu Rate gezogen werden. Dieser ist in der Lage, die Fasern genauestens zu identifizieren.

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In Deutschland gelten ganz genaue Vorschriften zur Entsorgung von Asbest – bzw. Eternitplatten. Eigenheimbesitzer dĂŒrfen eine Sanierung, sobald es um Eternit geht, auf keinen Fall allein vornehmen. Schlimmstenfalls drohen hierbei hohe Bußgelder, von den Gesundheitsrisiken bein AusfĂŒhrenden ganz zu schweigen.

Eine Ausnahme gibt es jedoch, wenn es sich um einzelne Platten handelt, die entfernt werden mĂŒssen,  ist eine Fremdfirma nicht zwingend notwendig. Allerdings mĂŒssen nicht nur Nachbarn, sondern auch Behörden dementsprechend informiert werden. Auskunft ĂŒber eine fachgerechte Entsorgung von Eternitplatten gibt die Bundesanstalt fĂŒr Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin.

Wichtige Maßnahmen wĂ€hrend der Entfernung und Entsorgung von Eternitplatten sind:

  • Schutzkleidung tragen
  • Fenster schließen
  • möglichst geringe Mengen an Staub produzieren
  • Staub mithilfe von Folien auffangen

Weiterhin sieht der Gesetzgeber vor, dass Eternitplatten nur im Ganzen entsorgt werden dĂŒrfen. Hierbei ist es völlig egal, welche Art und GrĂ¶ĂŸe die Platten besitzen. Handelt es sich um geringe Mengen, ist ein Wertstoff- oder Schadstoffhof anzufahren. In anderen FĂ€llen muss ein professionelles und spezialisiertes Unternehmen beauftragt werden.

Welche Regeln und Vorschriften in der entsprechenden Region gelten, können Hausbesitzer bei den zustĂ€ndigen Ämtern in Erfahrung bringen.

In der Regel wissen kommunale und regionale Abfallbehörden alles ĂŒber die Entsorgung von Eternitplatten und geben gern Auskunft darĂŒber. Andernfalls muss eine Entsorgungsfirma die Arbeiten ĂŒbernehmen, wobei im Vorfeld KostenvoranschlĂ€ge eingeholt werden sollten. Einige der Firmen bieten sogenannte Gesamtpakete an, die daraus bestehen:

  • Demontage von Eternitplatten
  • Transport zum nĂ€chstgelegenen Wertstoffhof
  • fachgerechte Entsorgung der Platten

Allerdings lauern fĂŒr Laien Gefahren bei der Beauftragung von Firmen, denn wie in anderen Bereichen auch, gibt es unter UmstĂ€nden „schwarze Schafe“, die nicht seriös arbeiten. Damit Eternitplatten gesetzkonform entsorgt werden, muss die beauftragte Firma behördlich zugelassen sein. Des Weiteren muss eine Genehmigung nach der technischen Regel fĂŒr Gefahrstoffe vorliegen. Besitzer, die trotz allem Zweifel haben, können bei der zustĂ€ndigen Kommunalverwaltung Informationen einholen.

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Um kleine Mengen an Eternit zu entsorgen, mĂŒssen Hausbesitzer zu speziellen PlastiksĂ€cken oder Folien greifen, die bei der zustĂ€ndigen Abfallbehörde zu erstehen sind. Die demontierten Eternitplatten mĂŒssen sofort nach der Demontage in diese SĂ€cke und Folien gefĂŒllt werden. Versierte Heimwerker dĂŒrfen kleinere Mengen Eternit selber entsorgen, sofern sie sich an die Sicherheitsvorschriften halten und eine passende Schutzkleidung tragen. Atemmaske und Ă€rmeldichte Handschuhe sollten hierbei natĂŒrlich Usus sein.

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Welche Kosten verursacht eine Eternitplatten Entsorgung?

Die Kosten fĂŒr die Entsorgung von Eternitplatten können je nach Region unterschiedlich ausfallen. Bei verschiedenen Unternehmen, als auch nach angefragter Leistung variieren die Preisen mehr oder weniger stark. Beides kann regional extrem hoch ausfallen, sodass sich ein Vergleich im Vorfeld immer lohnt.

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Fakten zur Eternitplatten Entsorgung zusammengefasst:

  • vor einer Demontage AuskĂŒnfte bei kommunalen Abfallbehörden einholen.
  • gewerbliche und professionelle Entsorgungsfirmen bieten Gesamtpakete. Hier darauf achten, dass es sich um ein behördlich zugelassenes Unternehmen handelt. Im Zweifel bei der zustĂ€ndigen Stadtverwaltung oder der Gemeinde nachfragen, ob eine Genehmigung laut technischen Regeln fĂŒr Gefahrstoffe 519 (TRGS 519) vorliegt.
  • fĂŒr kleinere Mengen bedarf es spezieller PlastiksĂ€cke oder Folien, in die sofort das entsprechende Material gefĂŒllt werden muss.
  • beim eigenstĂ€ndigen Demontieren sollte Schutzkleidung im Fokus liegen, einschließlich Atemmaske und Ă€rmeldichter Handschuhe.
  • die Kosten einer Entsorgung sind nicht einheitlich geregelt und regional sehr unterschiedlich. Allerdings bleiben diese bei haushaltsĂŒblichen Mengen von bis zu rund einer dreifachen Kofferraummenge eines herkömmlichen PKWs vergleichsweise moderat.
  • das Bearbeiten und das offene Lagern von demontierten Eternitplatten sind im gesamten Bundesgebiet verboten!
  • im besten Fall die Entsorgung immer auf eine professionelle und zugelassene Firma ĂŒbertragen.

Die Entsorgung von heute ĂŒblichen Eternitplatten ist nicht komplizierter als von anderem gewöhnlichen Bauschutt. Findet sich in den Platten jedoch Asbest, wird die Sachlage schon schwieriger. FĂŒr einen Ausbau sollten Hausbesitzer mit Kosten von rund 30 Euro pro Quadratmeter rechnen. Weitere Kosten fĂŒr GerĂŒstmiete und die Entsorgung alter Eternitplatten schlagen zusĂ€tzlich zu Buche. Insgesamt kann mit einem Betrag zwischen 50 bis 60 Euro pro Quadratmeter gerechnet werden. FĂŒr ein gewöhnliches Einfamilienhaus ist daher mit Entsorgungskosten im mittleren bis zu einem oberen vierstelligen Bereich zu rechnen.

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In der heutigen Zeit bietet der Handel Eternitplatten ohne Asbest an. Es handelt sich hier um ein natĂŒrliches, atmendes Material, welches bedingt durch seine dampfdiffusionsoffenen Eigenschaften dass Abtropfen von Kondensat minimiert.

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Weiterhin sind Faserzementplatten schalldĂ€mpfend, denn sie absorbieren den Schall und sind aus diesem Grund bestens geeignet fĂŒr das menschliche Wohlbefinden. Zudem rostet der Stoff nicht – es bildet sich kein Schimmel, und auch eine Oxidation wird ausgeschlossen.

Faserzement verfĂŒgt ĂŒber eine enorm hohe BestĂ€ndigkeit ĂŒber einen langen Zeitraum und widersteht selbst aggressiven EinflĂŒssen der Umwelt. Aus diesen GrĂŒnden sind Faserzementplatten ohne Asbest fĂŒr Hausbesitzer zu empfehlen.

Hajo Simons
Hajo Simons

arbeitet seit gut 30 Jahren als Wirtschafts- und Finanzjournalist, ĂŒberdies seit rund zehn Jahren als Kommunikationsberater. Nach seinem Magister-Abschluss an der RWTH Aachen in den FĂ€chern Germanistik, Anglistik und Politische Wissenschaft waren die ersten beruflichen Stationen Mitte der 1980er Jahre der Bund der Steuerzahler Nordrhein-Westfalen (Pressesprecher) sowie bis Mitte der 1990er Jahre einer der grĂ¶ĂŸten deutschen Finanzvertriebe (Kommunikationschef und Redenschreiber).

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