Wie eine DachbegrĂŒnung das Raumklima verbessert

Wer in der Stadt wohnt, ist über jede Art von Begrünung dankbar. Umso besser, wenn sie sich auf dem eigenen Dach befindet. Viele Hauseigentümer, die ökologisch bauen, entscheiden sich für eine Dachbegrünung.
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Eine Dachbegrünung sorgt nicht nur für verbesserte Luft und Lebensqualität, sondern kann auch positiven Einfluss auf das Raumklima innerhalb eines Gebäudes nehmen. Um dieses Ziel zu erreichen, kann man verschiedene Arten von Begrünung in Erwägung ziehen.

Welche Arten der Dachbegrünung gibt es?

Wer mit dem Gedanken spielt, eine Dachbegrünung zu installieren, muss zunächst entscheiden, welche Art von Begrünung es werden soll. Zur Auswahl stehen vor allem die folgenden Varianten:

  • Gründach
  • Dachgarten
  • Extensiv-Begrünung
  • Intensiv-Begrünung

Eine extensive Begrünung findet man vor allem bei sogenannten Gründächern. Dabei werden Pflanzen verwendet, die wenig Pflege benötigen. Dazu gehören insbesondere Gräser, Moose und Kräuter. Außerdem ist ein Gründach meist nicht dazu gedacht, Liegestühle oder Biertische aufzustellen. Ein Gründach muss nicht flach sein. Somit kann man die Dachbegrünung auch auf schrägen Dächern mit bis zu 18 Prozent Gefälle oder auch auf Runddächern anpflanzen.

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Im Gegensatz dazu ist der Dachgarten normalerweise mit einer intensiven Begrünung bestückt. Das bedeutet, dass er alle Elemente enthält, die ein vollwertiger Garten auch besitzt. Das sind beispielsweise Rasenflächen, Beete, hochwachsende Büsche oder Sträucher, Bäume sowie angelegte Wege. Ein Dachgarten bedarf also einer wesentlich intensiveren Pflege, ist aber auch vielseitiger nutzbar.

Auswirkungen der Dachbegrünung auf das Raumklima

Jeder weiß, dass sich Außenwände und Dächer im Sommer durch die Sonneneinstrahlung stark aufheizen. Die dabei entstehende Wärme geben sie auch nach innen ab. Die Räume heizen sich immer mehr auf, und es gibt keinen kühlen Ort mehr im Haus oder in der Wohnung. Hier kann eine Dachbegrünung eine sehr wirksame Gegenmaßnahme sein. Je dichter und höher die Vegetation auf einem Dach ist, desto größer ist nachweisbar der Kühleffekt auf die darunterliegenden Räume. Ursache für diesen Effekt ist die Tatsache, dass Pflanzen, Sträucher und Bäume…

  • Schatten werfen, der die Luft unter ihnen abkühlt
  • Sonnenenergie absorbieren, um sie für ihr Wachstum zu nutzen
  • Wasser durch Verdunstung kühlen können, wenn es durch den Boden mit ihren Wurzeln sickert

Ein weiterer Grund für die Verbesserung des Raumklimas durch eine Dachbegrünung sind ihre guten Dämmeigenschaften. Diese schützen die Innenräume gegen Kälte oder Wärme und gewährleisten so eine gleichmäßige Raumtemperatur. Zudem ist eine Begrünung auf dem Dach auch dazu in der Lage, Schadstoffe oder Staub aus der Luft zu filtern und kleinen Tieren einen Lebensraum zu schaffen. Nachhaltig positiv beeinflusst wird das Raumklima aber durch die Verdunstung des Regenwassers und der damit einhergehenden Kühlung.

Verbesserter Schallschutz durch Dachbegrünungen

Ein nicht zu unterschätzender Effekt der Begrünung auf dem Dach ist ein optimierter Schallschutz für die Räume. Gerade bei in der Nachbarschaft befindlichen Geräuschverursachern wie Diskotheken, Bahngleisen oder Airports kann eine Dachbegrünung neben einem besseren Raumklima auch einen verbesserten Schallschutz bieten. Ein nicht begrüntes Dach reflektiert Schallwellen. Diese werden aber von einer Dachbegrünung sozusagen geschluckt, also absorbiert. Die Begrünung wirkt also auch bei Lärm als Dämmschicht.

Aufbau einer Dachbegrünung

Der Aufbau einer Dachbegrünung erfolgt in unterschiedlichen Schichten, die übereinander liegen und jeweils eigene Funktionen übernehmen. Diese sogenannten Funktionsschichten haben vor allem die Aufgabe, die in der Natur vorkommende Vegetation zu imitieren. Dazu wird als erstes eine Wurzelschutzschicht in Form von perforationsresistenten Schutzmatten über der eigentlichen Dachabdeckung aufgebracht. Sie sollen gewährleisten, dass sich entwickelnde Wurzeln nicht das Dach durchdringen. Die Schutzmatten bewahren die Dachabdichtung also vor Beschädigungen.

Über der Wurzelschutzschicht wird eine Drainage-Schicht ausgelegt, die aus Kunststoffelementenbesteht. Diese Elemente sind profiliert und bilden dadurch ein Kanalsystem. Über die Drainage-Schicht kommt eine Filterschicht. Diese soll verhindern, dass die Drainage-Schicht verschlämmt. Außerdem hält sie nährstoffreiche Bodenteile davon ab, ausgewaschen zu werden.

Als letzte und oberste Schicht wird eine Substratschicht ausgelegt, in die man dann die Pflanzen einsetzen kann. Wie hoch diese Substratschicht ist, hängt von der Art der Begrünung ab. Für eine extensive Begrünung genügen fünf bis 15 Zentimeter. In diesem Fall muss das Dach ein zusätzliches Gewicht von 60 bis 150 Kilogramm pro Quadratmeter tragen, was aber kein Problem sein sollte.

Soll dagegen eine intensive Dachbegrünung stattfinden, muss vorher ein Statiker errechnen, ob das Dach überhaupt als Dachgarten geeignet ist. Immerhin werden dann Substratschichthöhen zwischen 15 und 100 Zentimetern benötigt. Das bedeutet ein zusätzliches Gewicht zwischen 150 und 1300 Kilogramm pro Quadratmeter. Hinzugerechnet werden muss auch noch das sogenannte Nutzungsgewicht, das Bodenbeläge, Menschen und Möbel berücksichtigt.

Staatliche Förderungen für Dachbegrünung

Gerade der allerorts spürbare Klimawandel und die durch ihn verursachten Temperatursteigerungen und sonstigen Witterungsveränderungen haben den deutschen Staat veranlasst, staatliche Fördermittel zur Verfügung zu stellen. Diese können Eigentümer zur Dachbegrünung beantragen. Deutschlandweit ist geplant, dass jedes Jahr insgesamt bis zu acht Millionen Quadratmeter Dachbegrünung hinzukommen sollen. Solche Förderungen werden beispielsweise von folgenden Institutionen bzw. Städten vergeben:

  • Hamburg (kommunal)
  • Bremen (Förderung des Stadtstaates)
  • Berlin (kommunal)
  • München (kommunal)
  • Städte und Gemeinden KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau), Stichwort „energieeffizient sanieren“)

Geld sparen durch effiziente Dachbegrünung

Der Entschluss, sein Dach zu begrünen, ist nicht nur eine Entscheidung für ein deutlich besseres Raumklima in Haus oder Wohnung. Er ist auch eine Möglichkeit, viel Geld zu sparen. Die schon bekannten Eigenschaften einer Dachbegrünung führen nämlich dazu, dass man Energiekosten einsparen kann (für Heizung oder Klimaanlage, Abwassergebühren). Darüber hinaus ist ein begrüntes Dach wesentlich langlebiger als ein Dach ohne Bepflanzung, weil es durch die Begrünung besser vor extremen Temperaturen geschützt ist. Das bedeutet, dass man ein Dach mit Begrünung wesentlich seltener instand setzen oder gar ganz erneuern muss. Experten sind der Meinung, dass die Dachbegrünung eine Erneuerung erst nach mindestens 40 Jahren notwendig macht. Bei einem herkömmlichen Dach werden solche Maßnahmen schon nach der Hälfte der Zeit notwendig.

Dachbegrünung – die Installation den Experten überlassen

Prinzipiell kann man eine Dachbegrünung natürlich selbst vornehmen. Um allerdings zu gewährleisten, dass die gesamte Maßnahme tatsächlich zu den gewünschten Effekten wie einem verbesserten Raumklima führt und das darunterliegende Dach nicht beschädigt wird, sollte man diese Arbeit am besten einem kompetenten Handwerksbetrieb überlassen. Das verursacht zwar zunächst höhere Kosten, dafür kann man aber sicher sein, dass alle Komponenten korrekt installiert worden sind. Die Beauftragung von Experten ist zudem für später vielleicht eintretende Versicherungsfälle vorteilhaft. Auftretende Schäden, die von einem Laien verursacht worden sind, werden von Versicherungen anders behandelt, als durch ein Unternehmen verursachte Konstruktions- oder Baufehler.
Anmerkung der Redaktion: Der Autor dieses Textes ist kein Steuerberater und auch kein Rechtsanwalt, sondern Wirtschafts- und Finanzjournalist. Finanzjournalisten ist rechts- und steuerberatende Tätigkeit per Gesetz untersagt. Der Text dient lediglich der Information von Steuerzahlern und (angehenden) Bauherren oder Immobilienkäufern. Eine Beratung oder gar konkrete Empfehlungen enthält der Text nicht. Diese sind auch nicht beabsichtigt. Obwohl die für den Text verwendeten Quellen als zuverlässig gelten, wird keine Garantie für die Richtigkeit übernommen. Die Ausführungen und Erklärung können und sollen das Gespräch mit einem Steuerberater und/oder Rechtsanwalt nicht ersetzen.


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