Salz und Brot – deutsche Einzugstraditionen

Haben lange Tradition – Brot und Salz zum Einzug. Foto andreajoseph2011 via Envato
Haben lange Tradition – Brot und Salz zum Einzug. Foto andreajoseph2011 via Envato

Der Umzug ist ein stressiges Unterfangen, und wenn er endlich geschafft ist, steht der Sinn nach Feiern. Freunde und Umzugshelfer gehören zu einem solchen Fest natürlich dazu. Und neben den Einweihungsgeschenken spielen bis heute auch jahrhundertealte Bräuche und Traditionen eine Rolle.

Nachfolgend eine kleine Traditionsreise, die verrät, warum gerade Brot und Salz so wichtig sind nach einem Umzug.

Brot und Salz als Grundnahrungsmittel

„Das tägliche Brot” ist eines der wichtigsten Grundnahrungsmittel und das schon seit Jahrhunderten. Als Geschenk soll das Brot gute Wünsche symbolisieren. Der Brauch steht für „Glück und Zuversicht” – soll bedeuten, dass die neuen Hausbewohner immer genug Grundnahrungsmittel haben mögen. Brot wird dabei als „lebensnotwendig” charakterisiert, Salz soll im neuen Zuhause für die richtige Würze sorgen.

Wie beim Silvesterfeuerwerk auch sollen Brot und Salz außerdem Schutz vor bösen Geistern bieten. Salz selbst ist ein wichtiges Lebensmittel, da es früher als unerschwinglich galt und seither gern auch das „Weiße Gold” genannt wird. Es soll Wohlstand und Reichtum symbolisieren.

Gaben als Einzugsgeschenke

Nach dem Umzug stehen Leben und Einrichten auf dem Programm, denn erst einmal muss die Eingewöhnungszeit überstanden werden. Da hilft es, wenn liebe Menschen mit kleinen Mitbringseln Freude bereiten. Aber wie lassen sich Brot und Salz optimal verpacken?

Klassisch wird das Salz direkt in das Brot gefüllt. Der Brotlaib sollte rund sein, in seiner Mitte wird ein kleiner Teil ausgehöhlt. Gerade so viel, dass 2 bis 3 Teelöffel Salz hineinpassen.

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Wer das nicht möchte, kann das Salz aber auch in einem kleinen Streuer zusätzlich überreichen. Ein Körbchen ist eine gute Methode, um das Brot stilvoll zu überreichen. Ausgeschlagen mit einer Brotdecke, sorgt es für lange Frische.

Die Symbolik hinter der Tradition

Es ist eine Tradition aus dem Mittelalter. Seinerzeit war Salz nahezu unbezahlbar, und Brot gehörte zu den überlebenswichtigen Dingen der Welt. Wer kein Brot hatte, musste Hunger leiden und geriet schnell in Gefahr. Die Symbolik hinter der Geste ist bis heute einfach zu verstehen.

Brot und Salz stehen für Glück, Zufriedenheit und Reichtum. Der Schenker wünscht den Beschenkten viel Erfolg im neuen Zuhause, immer ein gutes Brot und Reichtum durch Güter wie Salz. Traditionell wird ein Brot ohne Ecken und Kanten (rund) geschenkt, auch diese Symbolik ist beliebt.

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Auch in anderen Ländern sind Einzugsgaben Brauch

In vielen Ländern Europas spielt Salz eine wichtige Rolle, nicht nur in Deutschland. So wird in Italien beispielsweise auf Salz und Olivenöl gesetzt. Für Italienliebhaber ist das auch in Deutschland eine tolle Idee. Dann fehlt zum feinsten italienischen la dolce vita nur noch ein Spielautomat, und man fühlt sich fast wie in Italien. Die Italiener verschenken übrigens auch gerne Besen. Symbolisch stehen sie dafür, dass das „Alte” aus dem Haus gekehrt wird und das „Neue” Einzug hält.

In Japan gehen die Geschenke nicht an die Umgezogenen, sondern an die Nachbarn. Es handelt sich um kleine Gastgeschenke, ein Stück Seife, ein hübsches Handtuch oder eine Süßigkeit. Die Geste soll die neuen Nachbarn milde stimmen und auf gute Nachbarschaft einstimmen.

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Fazit – Housewarming-Bräuche sind herzerwärmend

Ein Umzug ist stressig, er macht aber auch Freude. Housewarming-Bräuche sind über den ganzen Globus verteilt beliebt und haben sich teilweise seit Jahrhunderten etabliert. Sie sind unabhängig vom Geschlecht oder sozialer Gruppe, überall wird Brot und Salz oder ähnliches zum Einzug verschenkt.

Eine Tradition, die unbedingt aufrechterhalten werden sollte. Es ist in Zeiten der Veränderung immer wieder schön, wenn eine liebgewonnene Tradition für ein heimeliges Gefühl sorgt.

Foto: andreajoseph2011 via Envato

Der Autor Hajo Simons

Verfasst von Hajo Simons

arbeitet seit gut 30 Jahren als Wirtschafts- und Finanzjournalist, überdies seit rund zehn Jahren als Kommunikationsberater.
Nach seinem Magister-Abschluss an der RWTH Aachen in den Fächern Germanistik, Anglistik und Politische Wissenschaft waren die ersten beruflichen Stationen Mitte der 1980er Jahre der Bund der Steuerzahler Nordrhein-Westfalen (Pressesprecher) sowie bis Mitte der 1990er Jahre einer der größten deutschen Finanzvertriebe (Kommunikationschef und Redenschreiber).