Sicherheitsschuhe für handwerkliche Arbeiten

Nicht nur Profis, sondern auch Heimwerker sollten unbedingt auf die Sicherheit beim Arbeiten achten. Daher gehört auch entsprechende Schutzkleidung inkl. Sicherheitsschuhe – z. B. bei Abbrucharbeiten oder beim Umgang mit schweren Lasten.

Was Sicherheitsschuhe genau auszeichnet und worauf Sie beim Kauf achten sollten, erfahren Sie in diesem Ratgeber.

Was sind Sicherheitsschuhe?

Als Sicherheitsschuh (oder auch Sicherheitsstiefel, Stahlkappenschuh oder Arbeitsschuh) wird ein robuster Stiefel oder Schuh mit einer Schutzverstärkung im Zehenbereich bezeichnet, die den Fuß vor herabfallenden oder scharfen Gegenständen und Druck schützt. Obwohl die Verstärkung traditionell aus Stahl besteht, kann sie auch aus einem Verbundwerkstoff, einem Kunststoff wie thermoplastischem Polyurethan (TPU) oder Aluminium gefertigt sein. Sicherheitsschuhe sind im Baugewerbe und in der verarbeitenden Industrie sowie in einer Reihe anderer Branchen wichtig.

Gesetze zur Arbeitssicherheit und zum Gesundheitsschutz oder Versicherungsanforderungen können die Verwendung solcher Schuhe in einigen Bereichen vorschreiben und eine Zertifizierung sowie die Angabe dieser Zertifizierung direkt auf dem Produkt fordern.

Die Kennzeichnung auf dem Etikett gibt die nationalen oder internationalen Normen an, die der Schuh erfüllen soll, zusätzlich kann das Schutzniveau für Stoß, Druck, Durchdringung und Stromschlag abgelesen werden. Schuhe für den Einsatz in der chemischen Verarbeitung oder der Halbleiterfertigung können auch für die Ableitung statischer Elektrizität ausgelegt sein.

Varianten von Sicherheitsschuhen

Sicherheitsschuhe gibt es heute in vielen Ausführungen, darunter auch als Turnschuhe, Clogs oder Winterstiefel. Auch hochwertige und elegante Modelle sind als Sicherheitsschuhe erhältlich, z. B. für Bauleiter, Leitende Ingenieure und Geschäftsführer, die Baustellen oder Abteilungen besuchen müssen, in denen Schutzschuhe vorgeschrieben sind.

Die Auswahl verschiedener Marken im Handel ist inzwischen sehr groß. Dazu trägt auch bei, dass Sicherheitsstiefel in Subkulturen wie Skinhead, Punk und Rockabilly in Mode gekommen sind, woraufhin Marken, die früher ausschließlich in der Modebranche bekannt waren, sich auch auf dem Markt für Sicherheitsschuhe etabliert haben. Industriemarken wie Caterpillar, Rock Fall und JCB vergeben zudem Lizenzen für die Herstellung von Sicherheitsschuhen.

Schutzklassen für Sicherheitsschuhe

Je nachdem, welche Arbeiten Sie mit Ihren Sicherheitsschuhen verrichten möchten, empfehlen sich Modelle in verschiedenen Sicherheitsklassen. Diese können auch aus verschiedenen Schutzbereichen kombiniert sein. Damit Sie die entsprechenden Codes entschlüsseln können, hier ein Überblick der einzelnen Klassen mit den jeweiligen Anforderungen an den Schuh:

  • Klasse SB: Grundschlagbeständigkeit 200 Joule inkl. Kompression 15.000 Newton
  • Klasse S1: 200 Joule Schutz der Zehenkappe. Geschlossener Sitzbereich (vollständig geschlossene Ferse). Antistatische Eigenschaften. Energieabsorption im Sitzbereich. Kraftstoffbeständigkeit.
  • Klasse S2: 200 Joule Schutz der Zehenkappe. Geschlossener Sitzbereich (vollständig geschlossene Ferse). Antistatische Eigenschaften. Energieabsorption im Sitzbereich. Kraftstoffbeständigkeit. Beständigkeit gegen Wasserdurchdringung und Wasseraufnahme.
  • Klasse S3: 200 Joule Schutz der Zehenkappe. Geschlossener Sitzbereich (vollständig geschlossene Ferse). Antistatische Eigenschaften. Energieabsorption im Sitzbereich. Kraftstoffbeständigkeit. Beständigkeit gegen Wasserdurchdringung und Wasseraufnahme. Widerstand gegen das Eindringen der Sohle. Stollenförmige Laufsohle.

Zusatzschutzklassen (ergänzend zu den Klassen SB – S3)

  • Klasse HRO: Hitzebeständige Laufsohle: Beständigkeit der Schuhsohle bei Kontakt bis zu 300 °C für 1 Minute
  • Klasse P: Durchtrittsicherheit durch eine Zwischensohle aus Stahl: 1100 Newton.
  • Klasse E: Energieabsorption im Fersenbereich: 20 Joule
  • Klasse WRU: Wasserdurchlässiges Obermaterial
  • Klasse WR: Ganzer Schuh wasserdicht
  • Klasse M: Schutz des Mittelfußes
  • Klasse AN: Knöchelschutz

Zusatzklassen für elektrische Sicherheit

  • Klasse O: Leitfähig, maximaler Widerstand 100 kΩ
  • Klasse A: Antistatisch: im Bereich von 100 kΩ bis 1000 MΩ

Weitere Zusatzklassen für äußere Einflüsse#

  • Klasse CI: Kälteisoliert, Schuh isoliert gegen Kälte bis -17 °C für 30 Minuten
  • Klasse HI: Hitzeisoliert, Schuh isoliert gegen Hitze bis zu 150 °C für 30 Minuten
  • Klasse SRA: Rutschfestigkeit auf Keramikfliesenböden mit Natriumlaurylsulfat-Reinigungsmittel
  • Klasse SRB: Rutschfestigkeit auf Stahlböden mit Glyzerin
  • Klasse SRC: Rutschfestigkeit auf Keramikfliesenböden mit Reinigungsmittel und Stahlböden mit Glyzerin
  • Klasse FO: Kraftstoffbeständigkeit (Öl und Benzin)
  • Klasse CR: Schnittfestigkeit (nicht gegen Kettensägenschnitte)

Zusätzlich gibt es die Normen EN ISO 20346:2004 für „Schutzschuhe“ (müssen die grundlegenden Sicherheitsanforderungen erfüllen, die Anforderungen an die Stoßfestigkeit der Zehenkappe sind jedoch etwas niedriger – 100 Joule) und EN ISO 20347:2004 für „Berufsschuhe“ (müssen die grundlegenden Sicherheitsanforderungen erfüllen und haben antistatische oder rutschhemmende Eigenschaften. Diese Norm schreibt jedoch keine Zehenschutzkappe vor).

Spezielle Sicherheitsschuhe für Kettensägenarbeiten

Kettensägen-Sicherheitsschuhe basieren auf gewöhnlichen Stahlkappenschuhen, haben aber an den freiliegenden Vorderflächen Lagen aus Kettensägenschutzgewebe. Sie sind als Schnürschuhe/Stiefel aus Leder oder Gummistiefel erhältlich. Die Schuhe schützen den Bediener vor Schnitten von vorne und bis zu einem gewissen Grad auch vor seitlichen Schnitten.

In der EU müssen Sicherheitsschuhe für Kettensägenarbeiten der Norm EN345-2 entsprechen. Somit müssen sie der Norm EN20345 für allgemeine Sicherheitsschuhe entsprechen und außerdem gemäß EN381-3 deutlich als für den Einsatz von Kettensägen geeignet gekennzeichnet sein.

Worauf Sie beim Kauf von Sicherheitsschuhen noch achten sollten

Beim Kauf Ihrer Sicherheitsschuhe sollten Sie immer bedenken, dass Sie in kaum einem anderen Schuh so viele Stunden und so viele Strecken zurücklegen, wie Sie es mit Ihren Sicherheitsschuhen tun. Ein hoher Tragekomfort und die entsprechende Sicherheitsausstattung sind somit der beste Schutz für Sie und Ihre Füße.

Beim Kauf sollten Sie daher ganz besonders auf eine möglichst gute Passform des Sicherheitsschuhs achten. Manche Hersteller bieten Sicherheitsschuhe nicht nur in den bekannten Größen – also Fußlängen – an, sondern auch in unterschiedlichen Weiten. Damit ergibt sich die Möglichkeit, den Schuh optimal an die individuelle Fußform anzupassen.

Foto: Rawpixel via Envato

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