IP-Schutzklassen im Bad – Welche Schutzklasse ist die Richtige für die Badbeleuchtung?

Das Badezimmer ist für viele Hausbesitzer so etwas wie die eigene kleine Wellnessoase. Da wundert es kaum, dass bei einer anstehenden Badsanierung nicht nur die Frage nach der Barrierefreiheit eine wichtige Rolle spielt.

Viel mehr ist das Thema Beleuchtung gerade im Badezimmer ein sehr Wichtiges. Denn Licht kann, wenn richtig eingesetzt, ein ganz besonderes Gefühl in einen Raum zaubern.

Generell ist Beleuchtung in Deutschland ein interessanter Faktor, wenn es um Umbauten und Sanierungen geht. Immerhin 4,8 Millionen Euro Umsatz konnte die Beleuchtungsindustrie im Jahr 2020 in Deutschland einfahren. Das ist zwar im dritten Jahr in Folge ein Umsatzrückgang – liegt aber noch immer sehr deutlich über den Werten, die beispielsweise in den Jahren 2007 bis 2009 erzielt wurden.

Bleibt die Frage, worauf genau Sie bei der Auswahl der richtigen Beleuchtung für Ihr Badezimmer konkret achten müssen. Ein wichtiger Faktor ist hier die IP-Schutzklasse. Wir zeigen Ihnen, welche Varianten hier für das Badezimmer relevant sind und an was es überhaupt mit den IP-Schutzklassen konkret auf sich hat.

Was sind IP-Schutzklassen?

Zuallererst muss einmal geklärt werden, was die sogenannten IP-Schutzklassen überhaupt konkret sind. Die IP-Schutzklasse gibt klaren Aufschluss darüber, wie gut ein Gegenstand gegen das Eindringen von Wasser und anderen Fremdkörpern geschützt ist. Je höher eine Zahl dabei ist, desto höher ist auch die jeweilige Schutzwirkung der Hülle.

Die IP-Schutzklasse wird mit zwei Kennziffern angezeigt. Die erste Kennziffer zeigt an, wie hoch der Schutzfaktor gegen Fremdkörper und Berührungen ist. Die zweite Kennziffer macht deutlich, wie effektiv der Schutz gegen das Eindringen von Wasser ist.

Bei der ersten Kennziffer gibt es die Ziffern 0 bis 6. Diese haben die folgenden Bedeutungen:

  • 0 = ungeschützt
  • 1 = geschützt gegen feste Fremdkörper, die größer als 50 mm sind
  • 2 = geschützt gegen feste Fremdkörper, die größer als 12 mm sind
  • 3 = geschützt gegen feste Fremdkörper, die größer als 2,5 mm sind
  • 4 = geschützt gegen feste Fremdkörper, die größer als 1 mm sind
  • 5 = geschützt gegen Staub
  • 6 = dicht gegen Staub

Bei der zweiten Kennziffer gibt es die Ziffern 0 bis 9. Diese haben die folgenden Bedeutungen:

  • 0 = ungeschützt
  • 1 = geschützt gegen Tropfwasser
  • 2 = geschützt gegen Tropfwasser und 15 Grad
  • 3 = geschützt gegen Sprühwasser
  • 4 = geschützt gegen Spritzwasser
  • 5 = geschützt gegen Strahlwasser
  • 6 = geschützt gegen schwere See
  • 7 = geschützt gegen zeitweises Eintauchen
  • 8 = geschützt gegen dauerndes Untertauchen
  • 9 = geschützt gegen Wasser bei Hochdruck- und Dampfstrahlreinigung

Übrigens:

Die IP-Schutzklasse einer Lampe hat nichts mit der Lichtfarbe zu tun. Diese wird in Kelvin gemessen und ist auf den jeweiligen Leuchtmitteln gesondert ausgewiesen.

IP-Schutzklassen im Detail

Gerade bei Leuchtmitteln im Badezimmer ist es wichtig, auf die richtige Schutzklasse zu achten. Um eine konkrete Vorstellung davon zu bekommen, welche Schutzklasse an welchen Stellen notwendig ist, sollte man sich vor Augen führen, was eine Schutzklasse insgesamt bedeutet. Greifen wir als Beispiel hierfür einmal die IP-Schutzklasse 44 heraus. Diese bedeutet, dass das Leuchtmittel oder die Lampe gegen das Eindringen von Fremdkörpern, die größer als 1 mm sind, gesichert ist. Darüber hinaus ist dieses Leuchtmittel rundherum gegen Spritzwasser geschützt.

Damit erfüllt die Schutzklasse IP 44 die Grundvoraussetzungen für eine Lampe im Badezimmer. Als Deckenbeleuchtung reicht eine Lampe mit der IP-Schutzklasse 44 vollkommen aus. Auch für den Badspiegel oder den Spiegelschrank ist IP-Schutzklasse 44 ausreichend geschützt. In der Dusche oder über der Badewanne gibt es allerdings eine bessere Lösung.

Besonderheiten in der Dusche und der Badewanne

Hier empfehlen Experten eher ein Leuchtmittel mit der IP-Schutzklasse 65. Das bedeutet, dass die Lampe rundherum absolut dicht gegen Staub ist und dass sie ebenfalls rundherum gegen Strahlwasser geschützt ist. Selbst wenn der Wasserstrahl der Dusche oder der Badewanne einmal direkt auf die Lampe gerichtet sein sollte, würde das Leuchtmittel dadurch keinen Schaden nehmen und die Elektronik könnte nicht mit dem Wasser in Berührung kommen.

Gerade wenn in der Dusche seitliche Beleuchtung gewünscht wird, ist die Wahl von Lampen mit der IP-Schutzklasse 65 besonders wichtig, da hier während des gesamten Duschvorgangs Wasser auf die Lampe abgestrahlt werden kann. Wenn Sie beispielsweise in einer Regendusche ohne natürliche Beleuchtung einen entsprechenden Lichteffekt möchten, sollten die verwendeten Lampen hinreichend abgesichert sein.

Was ist mit den Schutzklassen 66 oder höher?

Die IP-Schutzklasse 66 schützt vor Staub und vor dem Wasserdruck, der bei schwerem Seegang gegen eine Lampe drücken würde. Mit der IP-Schutzklasse 67 wäre die Lampe gegen dauerhaftes Untertauchen geschützt. Ein solcher Schutz ist im Badezimmer in den allermeisten Fällen nicht notwendig.

Schon gewusst?

Eine Ausnahme bilden dabei Leuchtmittel, die direkt in einer Whirlpool Badewanne beispielsweise verbaut sind. Da diese aber in der Regel vom Hersteller direkt in der Badewanne eingebaut werden, wäre die Frage nach der Schutzklasse hier nicht bei einem notwendigen Austausch relevant. In einem solchen Fall sollten Sie unbedingt auf die Informationen des Herstellers zurückgreifen, welche Lampen und Leuchtmittel hier verwendet werden können.

Fazit

Gerade bei der Auswahl des richtigen Leuchtmittels im Badezimmer ist Vorsicht geboten. Normalerweise gilt, dass die Schutzklasse besser ist, je höher sie angesetzt ist. Allerdings ist bei der IP-Schutzklasse im Bad vor allem die zweite Kennziffer von Bedeutung. Denn nur diese sagt etwas über den Schutz vor Wassereinstrahlung aus. Grundsätzlich lässt sich sagen, dass für die meisten Leuchtmittel in einem Badezimmer die IP-Schutzklasse 44 ausreicht.

Hochwertiger und sicherer ist natürlich die IP-Schutzklasse 65. Darüberhinausgehende IP-Schutzklassen sind im Badezimmer zumeist nicht notwendig.


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