Modernisierungen finanzieren trotz gestiegener Zinsen? – Diese Optionen gibt es

Dank der attraktiven Niedrigzinskonditionen der letzten Jahre konnten sich viele Bauherren den Traum vom Eigenheim durch eine Kreditaufnahme ermöglichen. Seit der zweiten Jahreshälfte 2022 sind die Zinsen aber stark angestiegen. Das bringt Menschen, die jetzt einen Kredit benötigen oder deren Zinsbindung ausläuft in Schwierigkeiten, ihre Wohnpläne umzusetzen.

Wie gestaltet sich die Finanzierung von Modernisierungen und anderen Bauvorhaben aktuell und welche Optionen gibt es?

Hausbau & Hausumbau 2023 – So sieht die Zinslage aktuell aus

Die letzten Jahre waren von einem Rekordtief der Zinsen für Baufinanzierungen geprägt. Wer den richtigen Zeitpunkt und eine attraktive Immobilienfinanzierung gewählt hat, konnte sich mit Zinsbindung für einige Jahre Bauzinsen im Bereich von 1 % sichern.

  • Dank dieser Niedrigzinsen konnten sich Menschen trotz der steigenden Preise für Immobilien und Bauvorhaben leichter ein eigenes Haus oder Bauvorhaben leisten.

Im Laufe des Jahres 2022 kam der Umschwung. Im Rahmen der aktuellen Inflation sind die Zinsen für Baufinanzierungen stark angestiegen. Zuletzt erreichten sie im Oktober 2022 ein Hoch von rund 4 %. Seit Jahresbeginn 2023 schwanken die Zinsen immer wieder zwischen 3 und 4 %.

Diese Entwicklung lässt aber auch einen Hoffnungsschimmer zu. Da weniger Menschen Kredite aufnehmen und weniger Banken Kredite vergeben, wird erwartet, dass sich die Immobilienpreise daran anpassen und sinken werden.

  • Wer aktuell ein Haus kaufen, bauen oder modernisieren möchte, muss sich bis zu diesem erwarteten Preissturz gut nach einem geeigneten Kredit umschauen. Durch einen Vergleich (etwa mit einem Online-Kreditrechner) lässt sich eine Immobilienfinanzierung finden, die aktuell attraktivere Konditionen aufweist, als die Angebote konkurrierender Kreditgeber.
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Herausforderungen durch steigende Zinsen

Der Anstieg der Bauzinsen von rund 1 % im Jahr 2022 auf 3 bis 4 % im ersten Quartal 2023 hat mehrere Probleme und Herausforderungen für Käufer und Bauherren zur Folge:

  1. Höhere Finanzierungskosten: Mit steigenden Zinsen erhöhen sich die Finanzierungskosten für Käufer und Bauherren. Höhere Zinsen bedeuten höhere monatliche Raten, was die Belastung der Haushalte erhöht und die Finanzierung weniger erschwinglich macht.
  2. Erschwerte Kreditvergabe: Bei höheren Zinsen müssen Kreditnehmer eine größere finanzielle Belastbarkeit nachweisen, um eine Finanzierung zu erhalten. Das kann dazu führen, dass einige potenzielle Käufer und Bauherren Schwierigkeiten haben, eine Finanzierungszusage von Banken und Kreditinstituten zu erhalten.
  3. Geringere Kaufkraft: Steigende Zinsen können die Kaufkraft der Kreditnehmer verringern, da sie bei höheren Zinsen weniger Kreditvolumen für dieselbe monatliche Rate erhalten. Dies kann dazu führen, dass Käufer und Bauherren ihre Erwartungen anpassen oder sich für kleinere oder günstigere Immobilien entscheiden müssen.
  4. Verlängerte Amortisationsdauer: Bei höheren Zinsen kann es länger dauern, bis ein Kredit vollständig zurückgezahlt ist. Dies kann dazu führen, dass Käufer und Bauherren über einen längeren Zeitraum verschuldet bleiben und weniger finanziellen Spielraum für andere Investitionen oder Lebensereignisse haben.
  5. Potenzielle Auswirkungen auf Immobilienpreise: Ein Anstieg der Zinsen kann dazu führen, dass weniger Menschen in der Lage sind, Immobilien zu finanzieren, was wiederum zu einer geringeren Nachfrage und potenziell sinkenden Immobilienpreisen führen kann. Dies kann für bestehende Immobilienbesitzer, die ihre Objekte verkaufen oder refinanzieren möchten, problematisch sein.
  6. Risiko von steigenden Zinsen: Bauherren und Käufer, die sich für variable Zinsen entscheiden, tragen ein erhöhtes Risiko, dass die Zinsen weiter steigen und ihre Finanzierungskosten in der Zukunft noch stärker belasten. Dies kann dazu führen, dass sie sich für längere Zinsbindungen entscheiden, um sich vor weiteren Zinserhöhungen zu schützen, was jedoch wiederum mit höheren Zinsen einhergeht.
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Insgesamt verschärfen die gestiegenen Bauzinsen die ohnehin schon herausfordernde Situation für Käufer und Bauherren in Deutschland und machen eine sorgfältige Planung und Vorbereitung der Immobilienfinanzierung umso wichtiger.

Finanzierungsmöglichkeiten für Modernisierungen

Nicht jeder Mensch hat die Option oder ist willig, noch lange auf eine Renovierung, einen Kauf oder einen Bau zu warten. Für diese Personen gibt es unterschiedliche Wege, das Vorhaben zu finanzieren. Insbesondere in einer Krise, wie sie die aktuelle Inflation für viele Unternehmen und Privatleute darstellt, ist es wichtig, sich sorgfältig über die verschiedenen Optionen zu informieren, um die passende Finanzierung zu finden und die finanziellen Belastungen der kommenden Jahre zu minimieren:

Modernisierungskredit

Eine der häufigsten Finanzierungsoptionen ist die Aufnahme eines Kredits. Hierbei können Hausbesitzer verschiedene Kreditarten in Anspruch nehmen, wie beispielsweise einen zweckgebundenen Renovierungskredit oder einen Konsumkredit.

  • Ein zweckgebundener Kredit kostet zwar mehr Aufwand bei der Beantragung, da man genau darlegen muss, wofür das Geld verwendet wird. Im Ausgleich bieten diese Darlehen aber niedrigere Zinsen.

Es ist empfehlenswert, alle Kreditarten und Konditionen verschiedener Banken zu vergleichen, um den besten Zinssatz und die beste Laufzeit zu erhalten.

Förderprogramme

Bei der Sanierung oder Modernisierung von älteren Häusern gibt es Förderungen insbesondere durch die KfW. Foto: © Racamani / stock adobe

Foto: © Racamani / stock adobe

Eine andere Möglichkeit, Renovierungsprojekte zu finanzieren, sind Förderprogramme, wie die Hilfsmittel der KfW.

  • Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) bietet verschiedene Förderprogramme an, wie das KfW-Wohneigentumsprogramm oder das KfW-Programm „Energieeffizient Sanieren”. Hierbei können Zuschüsse oder zinsgünstige Darlehen in Anspruch genommen werden, etwa für einen Umbau des Bads.

Die Förderprogramme der KfW können Hausbesitzern eine große finanzielle Unterstützung bieten und sind daher eine attraktive Finanzierungsmöglichkeit für Renovierungsprojekte.

  • Die Hilfen werden aber nur dann geboten, wenn strikte Vorgaben eingehalten werden, wie eine bestimmte Einkommensgrenze; Barrierefreiheit oder eine besonders hohe Nachhaltigkeit des Baus.
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Interessenten müssen sich bei Förderprogrammen auf einen aufwendigen Antrag und eventuelle lange Wartezeiten bis zu einer Genehmigung einstellen. Wer die Vorgaben für Hilfsprogramme erfüllt, kann sie auch mit einem Privatkredit kombinieren.

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Bausparverträge

Bausparverträge sind eine weitere Finanzierungsmöglichkeit für Hausrenovierungen. Hier zahlen Hausbesitzer regelmäßig in einen Bausparvertrag ein und können später ein zinsgünstiges Darlehen in Anspruch nehmen. Allerdings ist es wichtig zu beachten, dass Bausparverträge in der Regel langfristig angelegt sind und Hausbesitzer nicht sofort über das Geld verfügen können.

  • Daher sind diese Finanzierungen keine akute Hilfe, sondern etwas, das Menschen mit einem Immobilienwunsch lange Zeit im Voraus planen müssen, um nach einigen Jahren davon profitieren zu können.

Eigenkapital

Eine letzte Möglichkeit, um Hausrenovierungen zu finanzieren, ist das eigene Kapital. Hausbesitzer können Ersparnisse oder den Verkauf von Wertgegenständen nutzen, um die Kosten zu decken.

  • Wenn Hausbesitzer über ausreichend Eigenkapital verfügen, können sie vollständig auf einen Kredit verzichten und die Renovierung aus eigener Kraft finanzieren. Dadurch reduzieren sich die Gesamtkosten, da keine Zinsen anfallen.

Wer Kosten für eine Modernisierung komplett selbst tragen möchte, sollte zuvor gut ausrechnen, ob die finanzielle Belastung tragbar ist und der Lebensunterhalt der nächsten Monate und Jahre nicht darunter leidet.

  • Dabei sollte immer ein Puffer für unerwartete Notfallausgaben zurückbleiben, etwa, wenn das Auto plötzlich eine Reparatur benötigt.
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Der Eigenkapital-Anteil spielt auch bei der Aufnahme eines Kredits eine wichtige Rolle, da es genutzt werden kann, um den Darlehensbetrag zu reduzieren oder der Bank mehr Sicherheit zu geben. Im Gegenzug sind Banken eher gewillt, einen Kredit zu vergeben oder die Konditionen zu verbessern.

Fazit

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die gestiegenen Bauzinsen die Finanzierung von Wohnprojekten aktuell erschweren und für Käufer und Bauherren viele Herausforderungen mit sich bringen. So erhöhen sich die Finanzierungskosten, die Banken werden zögerlicher bei der Kreditvergabe, und die Kaufkraft der Kreditnehmer verringert sich. Positive Auswirkungen, wie reduzierte Immobilienpreise, lassen aktuell noch auf sich warten.

Wer nicht warten möchte, hat dennoch verschiedene Möglichkeiten, um Renovierungsprojekte trotz gestiegener Zinsen zu finanzieren. Eine Option ist die Aufnahme eines Kredits, wobei es empfehlenswert ist, die verschiedenen Konditionen der Banken zu vergleichen. Auch Förderprogramme, Bausparverträge oder das eigene Kapital können als Finanzierungsmöglichkeiten genutzt werden.

Dabei ist es jedoch wichtig, sich vorab sorgfältig zu informieren und die finanzielle Belastung realistisch zu kalkulieren, um unangenehme Überraschungen zu vermeiden. Um die beste Lösung für das eigene Vorhaben zu finden, eigen sich Hilfsmittel wie Online-Kreditvergleiche und Beratungsangebote.

Foto: ©Fokussiert / stock adobe

 

 

Hajo Simons
Hajo Simons

arbeitet seit gut 30 Jahren als Wirtschafts- und Finanzjournalist, überdies seit rund zehn Jahren als Kommunikationsberater. Nach seinem Magister-Abschluss an der RWTH Aachen in den Fächern Germanistik, Anglistik und Politische Wissenschaft waren die ersten beruflichen Stationen Mitte der 1980er Jahre der Bund der Steuerzahler Nordrhein-Westfalen (Pressesprecher) sowie bis Mitte der 1990er Jahre einer der größten deutschen Finanzvertriebe (Kommunikationschef und Redenschreiber).

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