Vinylboden verlegen – Schritt für Schritt

Das Verlegen eines Vinylbodens ist für viele eine wunderbare Möglichkeit, in den eigenen vier Wänden Eigenleistungen zu erbringen. Wir erklären, wie das am besten klappt.

Wer beispielsweise im Neubau seinen Vinylboden selbst verlegen möchte, muss zum Beispiel darauf achten, dass der Boden ausreichend getrocknet ist. Da Vinylböden aus PVC bestehen und daher nicht durchlässig für Wasser oder Feuchtigkeit sind, kann es sonst unter dem Boden zu einem Feuchtigkeitsstau und dann zu Schimmel und anderen Feuchtigkeitsschäden kommen.

Da es vergleichsweise leicht ist, Vinylboden zu verlegen, ist diese Variante gerade für viele Heimwerker eine beliebte Möglichkeit des Bodenbelags. Dennoch ist es wichtig, sich beim Verlegen von Vinylböden an einige elementare Schritte zu halten. Wir von Modernisieren-Renovieren-Sanieren.de haben die wichtigsten Punkte rund um das Thema Vinylboden verlegen für Sie einmal zusammengefasst.

Schon gewusst?

Ein Vinylboden bringt eine ganze Menge verschiedener Vorteile mit. Das dürfte einer der Gründe sein, warum Vinyl als Bodenbelag im Jahr 2019 mit 25,4 % den größten Anteil aller Bodenbeläge am Herstellerumsatz in Deutschland hatte. Zu den wichtigsten Vorteilen gehören dabei sicherlich die folgenden:

  • Ist leicht zu verlegen
  • Untergrund ist weich und fußwarm
  • Es entsteht nur ein sehr geringes Trittgeräusch
  • Vinylböden sind sehr robust
  • Können auch mit wasserfestem Trägermaterial für Nasszellen erworben werden
  • Sehr leicht zu reinigen
  • Besonders pflegeleicht, da außer Reinigung keine Pflege erforderlich

Vinylboden verlegen – Schritt für Schritt

Wenn Sie einen Vinylboden verlegen möchten, stellt sich immer zuerst die Frage, wie dieser konkret aussehen soll. Es gibt verschiedene Arten von Vinyl, die teilweise höchst unterschiedlich zu verlegen sind. Dennoch sind die ersten Schritte in Sachen Vorbereitung bei allen Vinyltypen dieselben. Die drei wichtigsten Vinylbodenarten sind:

  • Massives Klebe Vinyl
  • Vinylboden mit SPC-Träger
  • Vinylboden mit HDF-Träger

Jede dieser drei Arten hat seine eigenen Regeln in Sachen Verlegung. Der größte Unterschied zwischen den Vinyltypen mit Träger und dem massiven Vinyl zum Verkleben ist der, dass die Vinylarten auf Trägermaterial auch schwimmend verlegt werden können. Hierbei handelt es sich in der Regel um Klickvinyl. Wir möchten uns in dem vorliegenden Artikel in der Hauptsache um Vinyl zum Kleben kümmern – letztlich lassen sich die ersten Schritte aber auf alle Vinylarten anwenden.

Schon gewusst?

Vinylböden gehören zu den robustesten Bodenbelägen, die der Markt aktuell zu bieten hat. Kein Wunder also, dass viele Nutzer inzwischen Vinyl auch als passenden Bodenbelag für das Kinderzimmer in Betracht ziehen. Immerhin ist die Belastung für den Boden über mehrere Jahre hinweg recht hoch.

Da der Boden zusätzlich auch noch besonders pflegeleicht und leicht zu reinigen ist, bietet er sich gerade für Bereiche, in denen der Boden auch schon mal schnell schmutzig werden kann an.

1)   Boden reinigen

Als Erstes ist es wichtig, den Boden ausgiebig zu reinigen. Ein Nachteil bei Vinylböden, die ohne Trägermaterial komplett verklebt werden, ist der Umstand, dass Sie hier jede Erhebung und jede Unebenheit im Untergrund direkt spüren. Sollten in einem Neubau oder im Rahmen einer Renovierung beispielsweise kleine Reste von den Wänden auf dem Boden liegen, würden Sie die Steinchen oder Mörtelbröckchen bei jedem Schritt später spüren.

Darüber hinaus muss der Boden gründlich gereinigt werden, damit der Kleber hier tatsächlich halten kann. Mit der richtigen Behandlung besteht sogar die Möglichkeit, einen neuen Vinylboden auf einem alten Vinylboden zu verlegen. Wichtig ist hierzu lediglich, dass der alte Boden bereits komplett mit dem Untergrund verklebt war und dass er absolut sauber ist. Dazu gehört auch, ihn vollständig von Fett und sämtlichen öligen Substanzen zu befreien.

2)   Boden grundieren

Als Nächstes müssen Sie eine Grundierung auf dem Boden aufbringen. Diese ist erforderlich, damit der Kleber nicht zu schnell im Boden einzieht. Vor allem, wenn Sie den Vinylboden auf Estrich oder einem vergleichbaren Untergrund verlegen, ist es wichtig, den Boden gründlich zu grundieren. Sollte der Boden Unebenheiten aufweisen oder gar Risse und Löcher haben, müssen Sie diese mit Spachtel- oder Modelliermasse zuerst komplett ausgleichen.

Haben Sie den Boden gradegezogen, muss die verarbeitete Spachtelmasse zur Gänze ausgetrocknet sein, ehe Sie mit dem Verkleben beginnen können. Wenn Sie besonders saugfähige Untergründe haben, kann es sein, dass Sie den Boden auch zwei oder sogar dreimal grundieren müssen, ehe Sie mit dem eigentlichen Verkleben und Verlegen des Vinylbodens beginnen können.

Nice to know

Wenn Sie den Boden soweit vorbereitet haben, ist es wichtig, dass Sie die Vinyldielen aus den Paketen auspacken und diese 24 – 48 Stunden in dem Raum liegen lassen. So können die Dielen sich schon einmal an das Raumklima anpassen, und Sie müssen nach der Verarbeitung nicht mehr mit großen Veränderungen an den Dielen aufgrund der Luftbeschaffenheit rechnen.

3)   Boden verlegen & kleben

Je nachdem, wie die Dielen, für die Sie sich entschieden haben, gestaltet sind, brauchen Sie ein Kleberbett wie für Fliesen oder Sie müssen einfach einen Klebestreifen an der Rückseite der Diele abziehen und können diese bereits auf dem Boden anbringen. Wichtig ist, dass Sie den Pfeil an der Unterseite der Diele beachten – dieser zeigt in die Verlegerichtung. Die Pfeile der Dielen sollten immer in die gleiche Richtung zeigen.

Vor dem Verlegen sollten Sie ausmessen, wie groß die letzte Diele in der Reihe werden soll. Da die Dielen im Idealfall niemals kürzer als 20 cm sein sollten, kann es sein, dass Sie schon die erste Diele mit dem Cuttermesser etwas einkürzen müssen, damit die letzte Diele eine ausreichende Länge hat.

Wenn die erste Reihe verklebt ist, starten Sie mit der zweiten Reihe. Wichtig ist, dass Sie hier die Dielen versetzt zueinander legen. Nur so können Sie auch einen Versatz zwischen den Fugen sicherstellen.

Gut zu wissen

Wenn Sie mehrere Pakete an Vinyldielen haben, sollten Sie stets die Dielen aus zwei bis vier Paketen mischen. Dabei ist es ideal, wenn Sie immer eine Diele nach der anderen aus den unterschiedlichen Paketen entnehmen.

Also Diele 1 aus Paket 1, Diele 2 aus Paket 2 usw. Unterschiedliche Pakete können mit leicht unterschiedlichen Farbnuancen daherkommen. Wenn Sie die Dielen aus den Paketen mischen, fallen die minimalen Farbunterschiede nicht auf. Verwenden Sie ein Paket nach dem anderen, werden die Unterschiede sehr schnell sichtbar.

Wichtig ist beim Verlegen darüber hinaus, dass Sie zum Rand des Raumes eine Lücke von 3 – 5 Millimeter offenlassen. Verwenden Sie hier Abstandskeile, damit die Lücke überall gleichmäßig groß ist.

4)   Sockelleisten anbringen

Zum Schließen der Lücke am Rand und um das Bild abzurunden, bringen Sie zu guter Letzt die Sockelleisten an. Je nach System geht das mit Schrauben, Nägeln oder tatsächlich mit einer einfachen Heißklebepistole. Letztere Methode kann dazu führen, dass Sie im Laufe der Jahre immer mal wieder nachbessern müssen.

Vinylboden richtig zuschneiden

Wenn Sie am Rand angekommen sind und die letzte Reihe nicht mehr breit genug für eine komplette Diele ist, müssen Sie auch diese zuschneiden. Dazu verlegen Sie die vorletzte Reihe zu Ende. Dann legen Sie eine Diele bündig auf eine untere Diele der vorletzten Reihe. Nun legen Sie eine dritte Diele darauf und schieben diese bis zur Wand bzw. bis zu der Stelle, an der die Diele enden soll.

Anschließend markieren Sie die Stelle, an der die dritte Diele auf der zweiten liegt mit einem Strich. Wenn Sie nun mit einem scharfen Cuttermesser und einem Lineal oder einem Winkel genau an diesem Strich den Schnitt ziehen, wird die zugeschnittene Diele exakt in den Streifen bis zur Wand passen.

Fazit

Vinylboden verlegen ist tatsächlich gar nicht so schwer. Wichtig ist dabei letztlich nur, dass Sie keinen Schritt auslassen und am Ende konzentriert und sauber arbeiten. Dann wird das Ergebnis auch mit Sicherheit Ihren Erwartungen entsprechen.

Foto: Kinek00 via Envato

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