Gewitter – Was tun bei drohenden Blitzeinschlägen?

In Zeiten von Klimawandel und immer mehr zunehmenden Wetterextremen kommt es gerade in der warmen Jahreszeit immer häufiger zu Wärmegewittern.

Dabei gibt es sehr starke regionale Unterschiede zwischen Nord- und Süddeutschland. Generell ist die Wetterlage in Richtung Gewitterbildung in gebirgigen Regionen extremer als an der Küste. Da passt es auch, dass auf den Inseln im Norden der Bundesrepublik Deutschland die wenigsten Gewittertage im Jahr zu verzeichnen sind.

Generell muss man festhalten, dass Gewitter für unseren heutigen Lebensstil deutlich gefährlicher sind als noch vor zwanzig Jahren. Bei einem Gewitter handelt es sich um ein Wetterphänomen, das von Donnern und elektrischen Entladungen, die sich in Form von Blitzen zeigen, begleitet wird.

Betrachtet man die durchschnittlichen Unwetterdaten des Deutschen Wetterdienstes für die Jahre 1981 – 2010 merkt man schnell, dass die Zahl der Gewitter in den Monaten Mai – August in Deutschland am höchsten ist.

Warum ist ein effektiver Schutz von Blitzeinschlägen so wichtig?

Die meisten Menschen haben sich in den letzten Jahren ein mehr oder weniger ausgedehntes Smart Home System zu Hause eingerichtet. In vielen Fällen sind über dieses System die meisten Multimedia-Geräte miteinander verbunden. Zusätzlich wird über diese Technik die Haussicherheit in Form von Alarmanlagen, die Haustechnik in Form der Heizung und zuweilen auch das Licht in einzelnen Teilen des Hauses gesteuert. Fällt hier beispielsweise der Router aus oder wird er durch einen Blitzeinschlag beschädigt, kann das zu erheblichen Einschränkungen im Alltag führen.

Der Blitzableiter als Schutz fürs Haus

Was im Allgemeinen als Blitzableiter bezeichnet wird, ist in Wahrheit eine komplexe Blitzschutzanlage. Diese besteht in der Regel aus einem Blitzfang, der auf dem Dach angebracht ist und die höchste Stelle des Hauses darstellt. Dieser Blitzfang ist verbunden mit einer Erdungsanlage – also einer Leitung, die den elektrischen Strom aus dem Blitz aufnimmt und diesen in die Erde ableitet.

Heute werden Blitzschutzanlagen nur noch verhältnismäßig selten in Neubauten verbaut. Nur noch in jedem dritten Neubau sind entsprechende Anlagen zu finden. Dabei bieten sie einen sehr zuverlässigen Schutz gegen die Schäden, die ein Blitzeinschlag verursachen kann.

Dass sie so selten Verwendung finden, liegt vor allem an den anfallenden Kosten von rund 3.000 Euro für die Anlage in Verbindung mit der statistisch betrachtet sehr geringen Wahrscheinlichkeit, dass ein Blitz wirklich in ein Haus einschlägt. Kommt es aber doch einmal zu einem Blitzeinschlag, können dabei substanzielle Schäden am Haus wie beispielsweise am Dach auftreten. Parallel dazu kann es auch zu erheblichen Überspannungen im Stromnetz und zu Schäden an der Haustechnik kommen.

Aus diesem Grund kann es gerade, wenn Sie ein älteres Haus sanieren, Sinn machen, das zusätzliche Geld für eine entsprechende Blitzschutzanlage zu investieren.

Überspannungsschutz schützt bei Blitzeinschlag

Ein Blitzeinschlag direkt im eigenen Haus ist nicht das einzige Risiko bei einem Gewitter. Generell ist die elektrische Ladung beim Einschlag eines Blitzes so groß, dass es zu Schäden an elektrischen Geräten im Umkreis von 2 Kilometern kommen kann. Die elektrische Entladung bei einem Blitzeinschlag dringt dabei in das Elektrizitätsnetz ein und kann zu Überspannungen in verschiedenen Haushalten führen.

Um das zu verhindern, gibt es die Möglichkeit, direkt bei den Elektroinstallationen im Haus einen Überspannungsschutz vor wichtige und empfindliche Geräte zu setzen. Ein solcher Überspannungsschutz zieht überschüssige Spannung aus dem Netz und sorgt so dafür, dass die Geräte hinter diesem Schutzschalter nicht von einer zu hohen Spannung im Netz beschädigt werden.

Dank solcher Vorrichtungen können elektronische Geräte auch vor Spannungsspitzen im Stromkreislauf geschützt werden, die teilweise auch unabhängig von einem Blitzeinschlag ins Haus auftreten können.

Empfindliche Geräte bei Gewitter vom Strom trennen

Es ist ein Ratschlag, denn man schon aus den Tagen der Großeltern kennt. Doch er ist heute noch so aktuell wie damals. Wenn ein Gewitter aufzieht, ist es das Beste, empfindliche Geräte vom Stromkreislauf zu trennen. Dazu gehören unter anderem die folgenden Geräte:

  • Computer und externe Festplatten
  • WLAN-Router
  • Fernseher
  • Receiver
  • Blue-Ray-Player
  • Stereoanlagen
  • die Telefonanlage
  • Waschmaschine
  • Wäschetrockner
  • Kühlschränke
  • Toaster
  • Kaffeevollautomaten

Leider gibt es auch einige sehr empfindliche elektrische Großgeräte, die sich nicht so einfach vom Stromnetz trennen lassen oder die einfach benötigt werden – auch während eines Gewitters. Da wäre beispielsweise die Heizungsanlage. Wenn Sie beispielsweise eine moderne Heizungsanlage zur Gewinnung von Erdwärme verwenden, wird diese mit elektrischem Strom betrieben. Läuft auch die Warmwasseraufbereitung über die Heizungsanlage, ist selbst im Hochsommer ein Abschalten der Heizungsanlage keine Option – zumal eine Trennung vom Stromnetz hier in der Regel nicht mit dem einfachen Ziehen eines Steckers erledigt ist.

Andere Geräte, bei denen die Trennung vom Strom kaum bis gar nicht möglich ist, ist der Elektroherd oder die Spülmaschine – hier ist der Stromanschluss oftmals gut hinter Einbauschränken versteckt. Bei solchen Geräten ist es besonders wichtig, für einen entsprechenden Überspannungsschutz zu sorgen. Im Idealfall zusätzlich zu einer Blitzschutzanlage auf dem Dach Ihres Hauses.

Welche Versicherung greift bei Schäden durch Blitzeinschlag?

Bei der Frage nach der richtigen Versicherung gibt es tatsächlich mehrere Antworten – je nachdem, welcher Schaden in Ihrem Fall tatsächlich entstanden ist. Für Schäden am Gebäude selbst – beispielsweise durch einen direkten Blitzeinschlag ins Dach und bei anderweitigen Schäden an der Gebäudehülle oder bei einem Brand aufgrund eines Blitzschlags – greift die Wohngebäudeversicherung.

Kommt es zu Schäden an elektronischen Geräten im Haus wie beispielsweise dem Fernseher, einem Telefon, Computer oder einer Stereoanlage, greift die Hausratversicherung.

Sie sollten beim Abschluss Ihrer Versicherung allerdings beachten, dass Schäden durch Blitzschlag nicht in allen Versicherungen standardmäßig enthalten sind – zuweilen müssen Blitzschäden im Rahmen eines zusätzlichen Leistungsbausteins mit abgesichert werden.

Fazit

Kommt es zu einem Blitzeinschlag im Haus, kann das schnell zu erheblichen Schäden sowohl an der Hülle des Hauses als auch an den elektrischen Geräten im Haus führen. Einen gewissen Schutz vor entsprechenden Schäden bieten äußere Blitzschutzanlagen und ein eingebauter Überspannungsschutz in Ihrer Hauselektrik. Leider bieten beide Maßnahmen aber keinen hundertprozentigen Schutz vor Schäden an Ihren elektronischen Geräten. Diesen erreichen Sie nur, wenn Sie Ihre Geräte für die Dauer des Gewitters wirklich vom Strom trennen.


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