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Wer vermutet, dass er einen Marder im Garten hat, sollte genau die Augen offenhalten. Leider ist es nicht so ganz leicht, den Marder im Garten zu entdecken – zu sehr ähneln sich die Spuren des Marders mit denen anderer Tiere.
Zumindest gilt das, solange man sich nicht näher informiert hat. Denn wer sich etwas mit dem Marder beschäftigt, findet die kleinen Feinheiten, die seine Spuren von denen anderer Tiere im Garten unterscheiden.
Wenn Sie wirklich einen Marder im Garten haben, sollten Sie auf jeden Fall alles daransetzen, diesen so schnell wie möglich loszuwerden. Denn die kleinen Räuber sind Allesfresser und dazu auch noch extrem neugierig. Sie lieben Motorräume von Autos, da sie sich hier wie in einer Höhle fühlen. Da Marder auf allem herumkauen, was weich ist, fallen Schläuche, Kabel und andere wichtige Teile im Motorraum den scharfen und spitzen Zähnen der kleinen Räuber schnell zum Opfer.
Mehr als 200.000 Marderschäden werden im Jahr von den Versicherungen reguliert, schreibt der TÜV-Nord dazu. Zu den am häufigsten betroffenen Autoteilen zählen beispielsweise:
- die Zündkabel
- alle anderen Kunststoffkabel
- Stromleitungen
- Unterdruckschläuche für die Motorsteuerung
um nur einige Beispiele zu nennen.
Wie erkenne ich den Marder im Garten?
Eine Gefahr geht von den kleinen Nagetieren also unverkennbar aus. Doch, wie genau erkennen Sie jetzt einen Marder im heimischen Garten? Marder graben weder tiefe Löcher wie Mäuse beispielsweise, noch wühlen sie sich durch Ihre Beete. Sie verursachen auch nicht so verräterische Spuren wie Maulwürfe mit ihren Maulwurfshügeln. Hier muss man die Augen schon deutlich mehr offenhalten, um die kleinen Jäger und Räuber im heimischen Garten zu erkennen.
Da Marder auch sehr scheue und schnelle Tiere sind – dazu auch noch nachtaktiv – werden Sie nur in den seltensten Fällen einmal einem Marder bei Tag begegnen. Deshalb sollten Sie genau auf die folgenden Anzeichen achten:
Marderkot
Marderkot lässt sich von der Losung anderer Tiere dieser Größe vergleichsweise leicht unterscheiden. Zum einen ist der Marder eines der wenigen Tiere dieser Größe, das mit wurstförmigem Kot daherkommt. Die Spitze der Losung ist eingedreht. Der Geruch, den die Losung verursacht, ist intensiv und unangenehm. Darüber hinaus sind die Exkremente in der Regel durchsetzt von erkennbaren Haaren, Körnern und Federn.
Duftmarken
Sowohl Mardermännchen als auch Marderweibchen markieren ihr Revier. Dazu sind sie mit einer Drüse ausgestattet, die ein für die menschliche Nase sehr übel riechendes Sekret entwickelt und ausstößt. An diesem Geruch können Sie die Anwesenheit eines Marders ebenfalls erkennen. Wichtig ist dabei zu wissen, dass das Markierungssekret von Wieseln dem ziemlich ähnlich riecht – aber nicht so geruchsintensiv ist. Je intensiver der Geruch also ist, desto sicherer können Sie sich sein, dass es ein Marder ist.
Geräusche
Für gewöhnlich sind Marder Einzelgänger, die kaum ernsthafte Geräusche verursachen. Doch das ändert sich rapide, wenn im Frühjahr die Paarungszeit beginnt. Denn dann liefern sich die verschiedenen Männchen teilweise erbitterte Kämpfe, um die vorhandenen Weibchen. Diese sind mit lauten Schreien und Kampflärm verbunden. In aller Regel ist ein Kampf zwischen zwei Mardern noch lauter als eine Streitigkeit zwischen zwei Katzen.
Ein weiteres Indiz in der Kategorie der Geräusche ist lautes Gepolter im Gartenhaus oder im Geräteschuppen. Das deutet oft darauf hin, dass ein Marderweibchen hier ihre Jungen aufzieht – was in aller Regel mit einer Menge Krach verbunden ist.
Schon gewusst?
Es fällt nicht ganz leicht, den Marder wirklich als Schädling zu klassifizieren. Denn letztlich verursacht ein Marder in einem Garten ohne Nutztierhaltung keine echten Schäden. Ganz im Gegenteil. Der Marder als Allesfresser hat regelmäßig andere Schädlinge auf dem Speiseplan. Von Mäusen und Ratten bis hin zu Maulwürfen und Insekten. Auch Frösche und Regenwürmer fallen dem hungrigen Gesellen zuweilen zum Opfer.
Wer allerdings Nutztiere wie Hühner beispielsweise hält, der bekommt bei Marderbesuch schnell Probleme. Denn Geflügel wie Hühner oder Tauben gehören zu den absoluten Lieblingsspeisen eines Marders.
Marder im Garten – wie kann ich ihn vertreiben?
Wer einen Marder im Garten hat, fragt sich an dieser Stelle sicherlich, wie er diesen Marder vom Grundstück vertreiben kann. Dafür gibt es verschiedene Herangehensweisen. Wichtig ist dabei von vornherein klarzustellen, dass jegliche Schädigung des Marders verboten ist. Sowohl das Fangen in Lebendfallen – das ausschließlich Jägern vorbehalten ist – als auch das Töten von Mardern ist verboten, da diese als schützenswerte Rasse gelten.
Bleibt die Frage, welche milderen Mittel es gibt, um einen Marder vom Grundstück zu vertreiben. Tatsächlich gibt es eine ganze Reihe von wirksamen Hausmitteln, die dem Tier aber keinen Schaden zufügen.
Duftstoffe
Der Marder reagiert auf die folgenden Duftstoffe sehr ablehnend:
- Chili: Am einfachsten ist es, Chilipulver an den Fundorten der Exkremente zu verteilen und einige Tage lang regelmäßig neues Pulver dazuzugeben
- Essig: Sie können mit einer Essigessenz Wege im Garten besprühen. Wichtig ist dabei, dass es nicht zu einem Kontakt mit Pflanzen kommt, da diese sonst innerhalb weniger Stunden eingehen
- Ätherische Öle: Auch diese sollen Marder zuverlässig vertreiben. Sie können Teebaumöl oder ähnliche Düfte im Garten versprühen oder einfach entsprechende Duftschalen aufstellen
- Kampfer: Der Geruch dieser Pflanze gefällt dem Marder gar nicht. Einfach Blätter oder ganze Triebe im Garten verteilen und der kleine Jäger sucht sich zumeist schnell ein neues Revier.
Weitere Hausmittel
Neben den oben genannten Duftstoffen, gibt es noch eine ganze Reihe von wirksamen Hausmitteln, mit denen Sie einen Marder ebenfalls loswerden können. Da wären beispielsweise:
- WC-Steine, die Sie im Garten oder auf der Terrasse auslegen
- Mottenkugeln, die eine ähnliche Wirkung entfalten wie die WC-Steine
- Urin – es ist nicht die angenehmste Art, aber mit dem Versprühen menschlichen Urins im Garten, werden Sie Marder in aller Regel auch effektiv und schnell los
- Menschen- und Katzenhaare sind ebenfalls etwas, was dem Marder suspekt ist. Sammeln Sie diese einfach beim Kämmen. Einmal gesammelt können Sie diese dann im Garten an den Stellen, an denen Sie Exkremente gefunden haben, auslegen.
Das Haus mardersicher machen
Wenn Sie einen Marder im Garten haben und diesen vertreiben möchten, sollten Sie sicherstellen, dass er sich nicht im Haus ein neues Domizil sucht. Denn Marder machen es sich sehr gerne auch auf Dachböden gemütlich. Aus diesem Grund sollten Sie alle Öffnungen ab einem Durchmesser von 5 cm verschließen.
Marder sind auch ausgezeichnete Kletterer. Um dem Jäger durch Zugang über Bäume zu Ihrem Dach zu verweigern, sollten Sie auf jeden Fall die Bäume rund um Ihr Haus herum mit einem Mardergürtel umwickeln. Die Marderabwehr fürs Haus ist unerlässlich, wenn Sie einen Marder vertreiben möchten – andernfalls verschiebt sich Ihr Problem in aller Regel nur vom Garten ins Haus hinein.
Fazit
Ein Marder im Garten kann durchaus nützlich sein – allerdings auch gefährlich, wenn Sie Ihr Auto in der Nähe und offen zugänglich stehen haben. Wenn Sie einen Marder im Garten haben und diesen loswerden möchten, sollten Sie unbedingt eines der oben aufgeführten Mittel ausprobieren.
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