Mit einem Renovierungskredit notwendige Schönheitsreparaturen ausführen

Schönheit auf Kredit? Das kann bei Immobilie klappen – mit einem Renovierungskredit, durch den die Kosten bezahlt werden können. Unser Ratgeber.

Wer ein Haus gekauft oder neu gebaut hat und nun bereits seit einigen Jahren in diesem Haus lebt, wird mit Sicherheit im Laufe der Zeit an der einen oder anderen Stelle Ecken gefunden haben, an denen er das Haus verschönern möchte. Gerade beim Einzug in eine Bestandsimmobilie kommt es oft vor, dass zum Einzug nur die klassische Einzugsrenovierung vorgenommen wurde und weiterführende Veränderungen erst in den folgenden Jahren nach und nach folgen.

Dabei stellt sich vielen Hausbesitzern die Frage, wie sie eine solche Renovierung finanzieren sollen. Denn in den wenigsten Fällen sind in den ersten Jahren nach dem Kauf oder Bau eines Hauses große Rücklagen vorhanden. Dazu kommt, dass die monatliche Belastung aus der Baufinanzierung noch zu tragen ist und die erste Zinsbindungsphase in den meisten Fällen noch gar nicht abgelaufen ist. Doch auch wenn jemand in einem schon abbezahlten Haus lebt, ist es nicht immer möglich, größere Renovierungen aus den vorhandenen Rücklagen zu bezahlen. In genau diesen Fällen muss ein entsprechender Kredit her.

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Dabei gilt es allerdings, vorsichtig zu sein. So manche Hausbank versucht ihren Kunden in einer solchen Situation in einen vergleichsweise teuren Privat- bzw. Kleinkredit zu steuern. Hier liegen selbst in der aktuellen Zinstiefphase (Stand: Dezember 2020) die Zinsen zum Teil bei abenteuerlichen 12 Prozent. Viel günstiger sind zielgerichtete Renovierungskredite, denn sie können bei der Modernisierung und der Renovierung Geld sparen – Ob sie nun ein einziges Zimmer renovieren wollen oder gleich das ganze Haus oder die komplette Wohnung. Hierbei gibt es unterschiedliche Ausgestaltungen von den jeweiligen Anbietern. Die wichtigsten Punkte, die es hier zu beachten gilt, haben wir in der Folge einmal für Sie zusammengefasst.

Was genau ist ein Renovierungskredit?

Ein Renovierungskredit ist in den meisten Fällen die beste Möglichkeit, wenn es darum geht, eine Renovierung zu finanzieren. Denn diese Kreditart ist von den Zinssätzen her deutlich näher am klassischen Immobilienkredit als am Kleinkredit gelegen. Allerdings sind auch hier die Zinsen oftmals bonitätsabhängig – das bedeutet, dass Kreditnehmer mit einer besseren Bonität einen niedrigeren Zinssatz zugestanden bekommen als Kreditnehmer mit einer schlechteren Bonität. Die Banken nutzen den höheren Zinssatz in diesen Fällen als eine Art Sicherheitszuschlag. So soll das höhere Risiko in diesen Kreditfällen aufgefangen werden.

Der klassische Renovierungskredit ist ein Annuitätendarlehen. Das bedeutet, dass Sie als Kreditnehmer eine monatlich gleichbleibende Rate zur Erstattung Ihres Kredites zahlen. Diese setzt sich aus Tilgung und Zinsen zusammen. Im Laufe der Rückzahlungsphase sinken mit jedem Monat der Abzahlung die Zinsen und der Tilgungsanteil Ihrer monatlichen Rate steigt.

Wer einen Kredit für den Hausumbau sucht, findet günstige Renovierungskredite bei verschiedenen Banken und Kreditinstituten. Manche dieser Kredite werden auch als Modernisierungskredite bezeichnet. Auch wenn der Begriff Modernisierungskredit für viele Verbraucher ein Synonym für einen Renovierungskredit ist, gibt es hier doch geringfügige Unterschiede.

Wo liegt der Unterschied zwischen einem Renovierungskredit und einem Modernisierungskredit?

Für einen Renovierungskredit reicht es aus, eine einfache Renovierung der Wohnung vorzunehmen, die bisweilen sogar Steuerersparnisse bringt. Zu solchen Renovierungsarbeiten gehören beispielsweise:

  • Das Verlegen neuer Fliesen oder Parkett
  • Terrassenarbeiten
  • der Erwerb neuer Möbel und Einrichtungsgegenstände
  • notwendige Reparaturen beispielsweise am Dach
  • der Austausch von Fenstern oder Türen, solange dadurch keine energetischen Verbesserungen eintreten
  • Streichen und Tapezieren

Damit sind die Voraussetzungen, unter denen ein Renovierungskredit beantragt werden kann, deutlich weiter gefasst als die Voraussetzungen für die von verschiedenen Banken angebotenen günstigen Modernisierungskredite.

Damit ein echter Modernisierungskredit aufgenommen werden kann, muss eine bauliche Veränderung der Immobilie erfolgen oder aber eine energetische oder anderweitige deutliche Verbesserung der vorhandenen Struktur eintreten. Das ist zum Beispiel dann der Fall, wenn ein bisher nicht ausreichend gedämmter Dachboden ausgebaut und gedämmt werden soll oder wenn alte Fenster durch neue Fenster mit verstärkter Wärmedämmung eingebaut werden sollen. Auch anderweitige Dämmarbeiten am Haus, der Einbau einer neuen und energiesparenden Heizungsanlage oder die Anschaffung und der Einbau von Photovoltaikanlagen können unter den Begriff der Modernisierung fallen.

Schon gewusst?

Geht es um einen echten Modernisierungskredit, kann eine Kombination aus einem Kredit bei der kreditgebenden Bank und einem sehr günstigen KfW-Kredit zu noch niedrigeren Zinsen führen.

Was kann man mit einem Renovierungskredit alles bezahlen?

Nicht jeder Renovierungskredit ist zweckgebunden – allerdings gibt es in den meisten Fällen die Bindung an den Nachweis einer erbrachten Renovierungsleistung. Ob Sie die Renovierung nun selbst vornehmen oder aber ein Unternehmen damit beauftragen, bleibt letztlich Ihnen überlassen. Auswertungen des Statistischen Bundesamtes zeigen, dass in den letzten Jahren der Trend klar hin zu einer verstärkten Beauftragung von Unternehmen auch für Renovierungsarbeiten geht.

So hat sich beispielsweise der Umsatz im Bereich der Dachdeckerei von September 2019 auf September 2020 um 3 Prozent erhöht. Im Bereich der Zimmerei und im Ingenieurholzbau beträgt die Steigerung gar 9,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

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Doch ein Renovierungskredit oftmals kann auch dann problemlos genutzt werden, wenn beispielsweise die Anschaffung neuer Möbel geplant ist. Da der Renovierungskredit, anders als der Modernisierungskredit, nicht an die Regelungen der KfW für die Kreditvergabe gebunden ist, kann die jeweilige Bank ihre Kreditrichtlinien komplett selbst gestalten. Manche Kreditinstitute unterscheiden dabei zwischen fest verbauten Möbelstücken und solchen, die zur normalen Wohnungseinrichtung gehören. So kann es beispielsweise sein, dass der Kauf und Einbau einer Küche über den Renovierungskredit abgedeckt ist, der Kauf eines neuen Sofas allerdings nicht.

Worauf sollten Sie beim Abschluss eines Renovierungskredites achten?

Wer auf der Suche nach einem Renovierungskredit ist, sollte die Angebote verschiedener Banken und Kreditinstitute miteinander vergleichen. Da die Banken bei der Gestaltung ihrer Renovierungskredite freie Hand haben, können die Voraussetzungen ebenso wie die angebotenen Zinssätze stark variieren.

Wichtig sind hierbei auch die Voraussetzungen für die Gewährung des Kredites. So sollte es im besten Fall gar keine Zweckbindung geben. Wenn doch eine Zweckbindung vorgegeben wird, sollte diese so weit wie möglich gefasst sein. Das bedeutet beispielsweise, dass im besten Fall auch die Neueinrichtung Ihrer Wohnung durch Ihren Renovierungskredit abgedeckt sein sollte. Die statistisch betrachtet am häufigsten geplante Renovierungsmaßnahme in Deutschland ist die Anschaffung einer neuen Küche. Diese sollte auf jeden Fall mit Ihrem Renovierungskredit abgedeckt werden können.

Einige wenige Anbieter gewähren auch Renovierungskredite ohne Schufa-Auskunft. Hierbei ist Vorsicht geboten. Denn Anbieter von Krediten ohne Schufa-Auskunft lassen sich das höhere Ausfallrisiko durch höhere Zinsen bezahlen. Außerdem hat die Prüfung der Bonität über eine Auskunftei den Vorteil, dass so eine Überschuldung des Darlehensnehmers vermieden werden soll.

Daneben gibt es bei einem Renovierungskredit die üblichen Fallstricke. So bestehen viele Kreditgeber darauf, dass Sie bei Abschluss des Kreditvertrages eine Restschuldversicherung abschließen. Diese hat natürlich Vorteile, insbesondere wenn im Laufe der Rückzahlungsphase eine schwere Krankheit, Arbeitslosigkeit oder eine andere unvorhersehbare Notlage eintritt. Allerdings kostet eine solche Restschuldversicherung grundsätzlich auch eine überdurchschnittlich hohe Gebühr, weshalb Experten vom Abschluss eher abraten.

Darüber hinaus ist es ein erheblicher Vorteil, wenn Ihr Darlehensgeber Ihnen die Möglichkeit einräumt, die Rückzahlungsphase durch eine oder mehrere Sondertilgungen zu verkürzen. Dadurch können die Gesamtkreditkosten auf den kompletten Zeitraum gerechnet erheblich reduziert werden.

Was kostet die Renovierung einer Wohnung oder eines Hauses?

Wer Renovierungskosten berechnen möchte, muss zuerst einmal alle notwendigen Positionen zusammentragen. Je nach Renovierungsbedarf steigen dabei natürlich die Kosten der Renovierung. Wer günstig renovieren möchte, erledigt den größten Teil der anfallenden Arbeiten in Eigenleistung. Die Beauftragung eines Handwerksunternehmens führt natürlich ebenfalls zu einer deutlichen Steigerung der Kosten.

Tipp

Wenn Renovierungsarbeiten geplant sind, für die ein Handwerker beauftragt werden muss, sollten Sie unbedingt die Rechnungen aufbewahren und diese bei der nächsten Steuererklärung einreichen. Eine solche Handwerkerrechnung kann in der Höhe von 20 % des jeweils ausgewiesenen Arbeitslohns bis zu maximal 6.000 Euro steuerlich geltend gemacht werden.

Da die Kosten für eine Renovierung sehr unterschiedlich ausfallen können, gewähren viele Banken einen sehr breiten Kreditrahmen. Dieser liegt oft zwischen 3.000 Euro und 50.000 Euro.

Beispiel für die Berechnung eines Renovierungskredites

Wer einen Renovierungskredit aufnehmen möchte, findet Angebote oftmals zwischen 1,4 Prozent und 6 Prozent. Wir haben als Beispiel ein Angebot einer Bank durchgerechnet. Hier wird Ihnen ein Renovierungskredit ohne Zweckbindung mit der Möglichkeit von Sondertilgungen und ohne den Abschluss einer Restschuldversicherung angeboten.

Der Zinssatz beginnt bei guter Bonität bei 1,48 Prozent und geht hoch bis zu 6,47 Prozent. In unserem Beispiel gehen wir von einer guten Bonität aus. Hierbei ergeben sich die folgenden Sätze:

  • Darlehensbedarf: 20.000 Euro
  • Vertragslaufzeit: 60 Monate
  • Monatliche Rate: 363,12 Euro

Fazit:

Ein Renovierungskredit ist eine hervorragende Möglichkeit, günstig die Kosten für eine Renovierung oder die Neuanschaffung von Mobiliar zu finanzieren. Wenn allerdings eine echte Modernisierung geplant ist, sollten Sie sich eher nach einem echten Modernisierungskredit umsehen, da hier die Konditionen aufgrund der möglichen Einbindung von KfW-Darlehen noch günstiger ausfallen können. Bei der Auswahl des richtigen Renovierungskredites ist es auf jeden Fall wichtig, die verschiedenen Angebote am Markt zu vergleichen. Nur so können Sie sicherstellen, dass Sie genau den Kredit erhalten, der am besten zu Ihnen und Ihrem Renovierungsvorhaben passt.


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