Teppichfliesen – textiler Bodenbelag neu gedacht

Teppichfliesen kommen vielen Menschen erst gar nicht in den Sinn, wenn es an die Wohnraumgestaltung geht. Jedoch handelt es sich bei den Textilmodulen um einen echt zeitgemäßen Bodenbelag mit vielen Vorteilen insbesondere hinsichtlich des Komforts und der Handhabung.

Textile Bodenbeläge sind gemeinhin als Staubfänger verrufen und gern in Hotels, Büros oder Konferenzräumen zu finden. Dass sich auch in der Welt der Textilbeläge einiges getan hat, haben viele Bauherren, Architekten und Inneneinrichter, die traditionell für Holzfußböden schwärmen, oft noch nicht auf dem Schirm. Denn mit Teppichfliesen erschließen sich nicht nur ganz neue Gestaltungsräume in Haus und Wohnung, auch bilden die Textilmodule eine zeitgemäße oder vor allem praktikable Alternative zum klassischen Teppichboden.

Hier haben textile Bodenbeläge die Nase vorn

Soll ein textiler Bodenbelag die heimischen vier Wände zieren, liegen die Gründe für diese Entscheidung meist beim Komfort. Im Gegensatz zu Hartbodenbelägen wie Laminat, Parkett oder Fliesen sorgen Teppichfliesen wie -böden allein durch die textile Beschaffenheit für ein hohes Maß an Gemütlichkeit. Und diese hat Auswirkungen auf unser Wohlbefinden. Aus diesem Grund bieten sich Teppichfliesen hervorragend für das Schlafzimmer und Wohnzimmer an.

Die textile Beschaffenheit der Teppichfliesen sorgt außerdem für eine angenehme Raumakustik und ein behagliches Trittgefühl. Auch herunterfallende Gegenstände verursachen kaum Lärm. In Mietwohnungen überzeugen die Textilmodule darüber hinaus durch trittschalldämmende Eigenschaften. Das macht Teppichfliesen zu einer guten Wahl auch für das Kinderzimmer.

Teppichfliesen und Staub – Freund oder Feind?

Häufig wird auf einen textilen Bodenbelag im Wohnbereich verzichtet, weil die Befürchtung zu groß ist, dass Teppichfliesen oder -böden als Staubfänger fungieren. Das stimmt zwar, ist aber eigentlich positiv zu bewerten. Laufen Sie über Laminat oder Fliesen, offenbart die hereinscheinende Sonne ein buntes Treiben von Staubpartikeln in der Luft.

Teppichfliesen halten den Staub hingegen in ihren Fasern fest. Bedingung für ein gesundes Raumklima ist wie bei anderen Bodenbelägen natürlich auch, dass die Teppichfliesen regelmäßig gesaugt werden, um den festgehaltenen Staub zu entfernen. Ein Bürstsauger ist hier die erste Wahl.

Mit Teppichfliesen Heizkosten sparen

Teppichfliesen bieten natürlich optimale Eigenschaften für alle Barfußläufer und Barfußläuferinnen. Verschiedene Oberflächenstrukturen sorgen für ein angenehmes haptisches Erlebnis. Je nach Produkttyp wirken die Teppichfliesen sogar wärmeisolierend.

In der kalten Jahreszeit bringen die Textilmodule aber noch eine andere positive Eigenschaft mit. Denn durch die Verlegung von textilen Bodenbelägen wie Teppichfliesen kann allein die die gefühlte Temperatur um 2 bis 3 °C steigen. Die Heizung muss also nicht ganz so hochgedreht werden, und Sie können Heizkosten und Energie sparen.

Selbstliegende Teppichfliesen – Vorteile einer modularen Verlegung

Teppichfliesen sind meist als selbstklebende oder selbstliegende Module erhältlich. Die in der Regel in 50 x 50 cm verfügbaren selbstliegenden Teppichfliesen bieten eine Reihe an Vorteilen, die sie zu einer zeitgemäßen Alternative zur Auslegware machen. So können die Module in der Regel sehr zeitsparend auch von Laien verlegt werden. Wie bei allen anderen Bodenbelägen auch sollte der Untergrund möglichst sauber, trocken, eben und tragfest sein.

Durch das erhöhte Eigengewicht bleiben die selbstliegenden Teppichfliesen wie von selbst am Boden haften und verschieben sich nicht. Lediglich in Randbereichen oder Bereichen, die höherer Beanspruchung ausgesetzt sind, wird manchmal eine Fixierung mit doppelseitigem Klebeband empfohlen.

Während der Installation macht sich die selbstliegende Methode bereits bezahlt, denn Korrekturen sind jeder Zeit möglich. Dank der modularen Form fällt außerdem deutlich weniger Verschnitt an als bei der Teppichboden-Meterware. Ganz zu schweigen von dem entspannten Transport, da sperrige Teppichrollen von bis zu fünf Meter Breite wegfallen.

Wenn doch mal was daneben geht – Teppichfliesen reinigen

Ein weiterer Grund, der viele Menschen von der Anschaffung eines Teppichbodens abhält, ist die Sorge vor Flecken und Verunreinigungen. Insbesondere Flüssigkeiten gelten als potentielle Gefahrenquelle. Natürlich lassen sich Flecken aus Teppichfliesen weniger einfach entfernen als von einem Laminat. Doch auch hier bieten selbstliegende Teppichfliesen eine praktische Eigenschaft.

Da die Module aus dem Fliesenverbund einfach wieder herausgenommen werden können, ist nicht nur ein Austausch bei Beschädigungen möglich, auch können Sie die Fliese einer gründlichen Reinigung unterziehen. Je nach Material und Polschicht können Sie der Teppichfliese unter der Dusche sogar zu altem Glanz verhelfen.

Da Teppichfliesen zudem eher in Wohn- und Schlafzimmer zum Einsatz kommen, wo seltener mit Lebensmitteln hantiert wird, ist die Gefahr eher gering, dass der Boden in Mitleidenschaft gezogen wird. Und geht doch mal etwas daneben: nicht wischen, sondern tupfen!

Mit Teppichfliesen kreativ werden

Ein ganz besonderer Vorteil von selbstliegenden Teppichfliesen liegt in der Individualität. Denn die einzelnen Farbvarianten einer Kollektion können kreativ untereinander kombiniert werden. So lassen sich nicht nur Schachbrettmuster verlegen, auch die Akzentuierung einzelner Raumstellen sowie die Abgrenzung verschiedener Bereiche sind möglich.

Durch den gezielten Einsatz von Teppichfliesen in kräftigen Farben kann der Blick auf bestimmte Raumstellen gelenkt werden. So kann die Raumwirkung maßgeblich mitbestimmt werden. Besondere Möbel, Deko-Elemente und Einzelstücke können mit farblich voneinander abgehobenen Teppichfliesen auf stilsichere Weise inszeniert werden. Wer dem quadratischen Format der Module nichts abgewinnen kann, findet mittlerweile auch Teppichdielen, die den Raum sogar optisch strecken oder im Fischgrät-Verband verlegt werden können.

Die Struktur macht den Unterschied

Bei Teppichfliesen kommt es grundsätzlich weniger auf das Material als auf die Verarbeitung der Fasern an. Die meisten selbstliegenden Teppichfliesen verfügen über eine Polschicht aus Polyamid oder Polypropylen.

Polyamid wird gerne als die etwas hochwertigere Faser gehandelt, da sie über ein höheres Poleinsatzgewicht verfügt und sich nach Druckbelastung schneller wieder aufrichtet. Wer eine kuschelig-weiche Teppichfliese für den Wohnbereich sucht, sollte eine Velours-Teppichfliese wählen. Je nach Luxusklasse sind diese Textilmodule besonders weich und bringen eine oft samtig-glänzende Optik mit.

Teppichfliesen mit flauschiger Beschaffenheit verfügen häufig auch für eine Kräuselvelours-Struktur, bei der die einzelnen Fasern aufgetrennt werden. Ideal für das Schlafzimmer eignen sich auch die expressiven Shaggy-Teppichfliesen.

Gerade in Büros und gewerblichen Räumen wird hingegen eher zu robusten Schlingen-Teppichfliesen oder Nadelvlies gegriffen. Bei Schlingen-Teppichfliesen wurden die Fasern nicht aufgetrennt, sondern liegen in flachen Schlingen auf. Daher sind diese Module in der Regel gut befahrbar mit Bürostühlen und unkompliziert in der Reinigung.

Foto: Balsan Moquette

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