Terrassendach mit einer Solaranlage modernisieren

Ein Terrassendach ist mehr als nur ein nettes optisches Detail in der Einrichtung einer Terrasse. Technisch innovativ wird es mit einer Solaranlage.

Ohne eine Terrassenüberdachung ist Ihre Terrasse Wind und Wetter schutzlos ausgeliefert. Für viele Eigenheimbesitzer ist die Terrasse allerdings so etwas wie eine Erweiterung des Wohnzimmers. Zumindest in den warmen Monaten des Jahres. Das kann aber nur funktionieren, wenn hier auch ein gewisser Schutz vor Faktoren wie Regen, Wind, direkter Sonneneinstrahlung und Ähnlichem gegeben ist. Daher ist eine Terrassenüberdachung für die meisten Hausbesitzer essenzieller Bestandteil der Terrassengestaltung.

Auch wenn natürlich Varianten wie eine Markise oder ein Sonnensegel die meisten Aufgaben einer festen Überdachung auch übernehmen können, ist eine stabile Überdachung doch für viele die erste Wahl. Zumal sie erstens effektiver als Schutz beispielsweise gegen Regen wirkt und zum anderen auch von der Optik und der Werthaltigkeit her einen ganz anderen Eindruck macht.

Doch was wäre, wenn Sie Ihr Terrassendach nicht nur als Schutz für Ihre Terrasse betrachten würden? Wenn Sie die Möglichkeit hätten, aus Ihrer Terrasse auch eine Möglichkeit zur Energiegewinnung, zur Einsparung von Kosten und vielleicht sogar noch zur Generierung von Einnahmen zu machen? Unmöglich? Mit einem Solar-Terrassendach ist all das sehr wohl möglich.

Wie läuft die Modernisierung ab?

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die Modernisierung hin zu einem Terrassendach mit Solaranlage vorzunehmen. Zum einen bietet sich ein Solar-Terrassendach natürlich vor allen Dingen dann an, wenn Sie bisher noch gar keine Terrassenüberdachung haben. Zum anderen können Sie aber auch eine bestehende Terrassenüberdachung entsprechend erweitern. Dazu sind allerdings einige Punkte wichtig.

Achtung: Vergessen Sie das Baurecht an der Stelle nicht

Eine Solar-Terrassenüberdachung ist in erster Linie immer noch eines: eine Terrassenüberdachung. Aus diesem Grund sollten Sie bei der Planung einer neuen Überdachung nicht vergessen, bei Ihrem örtlichen Bauamt abzuklären, inwieweit der Neubau einer Terrassenüberdachung genehmigungs- oder zumindest anzeigepflichtig ist. Die Regelungen sind hier von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich und können teilweise selbst in einzelnen Städten voneinander abweichen. Deshalb sollten Sie sich stets vor Ort kundig machen.

Der Statiker sollte unbedingt ein Wörtchen mitreden

Wenn Sie eine bestehende Terrassenüberdachung zu einem Solar-Terrassendach umbauen möchten, sollten Sie sich auf jeden Fall fachmännischen Rat von einem Statiker holen. Wichtig ist dabei abzuklären, ob die bestehende Unterkonstruktion stabil genug ist, um das Gewicht der Solarelemente zu tragen. Da Sie hier pro Element durchaus mit einem Gewicht von rund 20 Kilogramm rechnen müssen, darf die Frage nach der Statik erlaubt sein.

Dazu kommt, dass bei einem klassischen Terrassendach aus Solaranlagen die Solarelemente die sonstige Überdachung ersetzen. Zwar besteht natürlich auch die Möglichkeit, wie bei einem normalen Hausdach die Elemente auf dem Terrassendach zu installieren. Optisch schöner ist es jedoch sicherlich, wenn die Elemente in die Überdachung eingefasst sind.

DIY ist hier möglich – allerdings nur bedingt zu empfehlen

Wenn Sie eine neue Terrassenüberdachung mit Solaranlagen bauen möchten, gibt es inzwischen tatsächlich Bausätze, mit denen ein kompletter Selbstaufbau möglich ist. Allerdings sollten Sie trotzdem vorher und nachher Experten ans Werk lassen. So ist es wichtig, vor der konkreten Umsetzung von einem Fachmann die Effektivität einer Solaranlage auf Ihrem Dach einschätzen zu lassen. Wenn das Terrassendach nämlich beispielsweise nahezu ganztägig im Schatten liegt, sollten Sie eher prüfen, ob eine andere Ecke im Garten sich eher für eine solche Solaranlage eignet – beispielsweise das Dach eines Gartenhauses.

Nach dem Einbau der Solarelemente sollte auf jeden Fall ein Elektriker die entsprechenden Anschlüsse prüfen. Wenn Sie eine Einspeisung in das öffentliche Stromnetz vornehmen möchten, ist das ohnehin nicht ohne die Einbeziehung der Experten des regionalen Stromversorgers möglich.

Wichtig ist darüber hinaus, dass die einzelnen Elemente so dicht aneinander befestigt sind, dass hier kein Regenwasser durchtropfen kann – ansonsten werden Sie an Regentagen unter Ihrer Terrassenüberdachung nur wenig Freude haben.

Solar-Terrassendach – die Vorteile

Ein Solar-Terrassendach bringt einige interessante Vorteile mit sich. Da wäre beispielsweise der Umweltgedanke. Mit jeder Kilowattstunde Solarenergie, die Sie gewinnen, schaffen Sie wieder etwas mehr grünen Strom. Hinzu kommt, dass der Strom heute immer teurer wird. Können Sie einen Teil Ihres Strombedarfs aus einer eigenen Solaranlage beziehen, kann das zu erheblichen Kosteneinsparungen führen.

Auch die Einspeisung in das öffentliche Netz bringt nach wie vor festgeschriebene Einnahmen, die wiederum die Haushaltskasse aufbessern können. Da die Einspeisungsprämie allerdings niedriger ist als die Kosten für das Beziehen von Strom, lohnt sich der Eigenverbrauch noch immer deutlich stärker.

Es gibt noch einen weiteren Faktor, den nur wenige Privatpersonen bei der Überlegung, ob ein Solardach für die Terrasse wirklich lohnend ist, bedenken. Als Privatperson, die Strom in das regionale Stromnetz einspeist, sind Sie in den Augen des Finanzamtes Unternehmer. Das bedeutet, dass Sie die Anschaffungs- und Wartungskosten für Ihre Solaranlage steuerlich absetzen können.

Das kann Ihre Steuerlast aus einer klassischen nichtselbstständigen Beschäftigung erheblich reduzieren. Allerdings sollten Sie dabei beachten, dass Sie hier in der Regel auch erst einmal umsatzsteuerpflichtig werden. Von der Umsatzsteuerpflicht können Sie sich bei einer kleineren Solaranlage in der Regel befreien lassen. Hier lohnt es sich, vor einer Anschaffung ein Beratungsgespräch mit einem Steuerberater zu führen.

Die Vorteile im Überblick

  • Sie produzieren grünen Strom und sind damit Teil der Energiewende
  • Die Stromrechnung singt, wodurch sich die Kosten nach und nach amortisieren
  • Sie gewinnen eine hochwertige und optisch ansprechende Terrassenüberdachung
  • Wenn Sie ein E-Auto fahren, lässt sich das Solardach mit der Aufladestation kombinieren
  • Die Solarelemente können auch auf einer bereits bestehenden Konstruktion aufgebaut und installiert werden

Solar-Terrassendach – die Nachteile

Es kann durchaus sein, dass Ihr Terrassendach aufgrund der Lage oder der Beschattung durch das anstehende Haus nicht als Platz für Solaranlagen geeignet ist. Darüber hinaus sind für den Anschluss, die Prüfung der Installation und vorher für die Prüfung der Statik Experten vor Ort nötig, was die Kosten für die neue Terrassenüberdachung natürlich deutlich erhöhen kann.

Nach rund 30 Jahren besteht außerdem die Notwendigkeit, die Solarzellen zu erneuern. Das ist wiederum mit vergleichsweise hohen Kosten verbunden, die dann wiederum erst eingespielt werden müssen. Zu guter Letzt haben Sie hier einen deutlich höheren Pflegeaufwand als bei anderen Dächern. Da Terrassendächer eher flach als stark abschüssig sind, bleiben Verschmutzungen eher auf den Solarzellen haften und müssen regelmäßig entfernt werden.

Die Nachteile im Überblick

  • Höhere Kosten als bei einem normalen Terrassendach
  • Der Pflegeaufwand ist höher
  • Nach rund 30 Jahren ist eine Runderneuerung der Solarzellen notwendig, was wiederum mit hohen Kosten verbunden ist

Wird ein Solar-Terrassendach gefördert?

Es gibt gerade im Bereich der energetischen Sanierung eine ganze Reihe verschiedener Förderprogramme. Dabei stellt sich natürlich die Frage, inwieweit Sie Ihr Projekt der Modernisierung Ihrer Terrassenüberdachung hin zu einer Solar-Terrassenüberdachung so gestalten können, dass es in die Kategorie der energetischen Sanierung passt.

Die Nutzung von Solarstrom im Privathaushalt wird von der Kfw inzwischen im Programm Erneuerbare Energien – Standard 270 in Form vergünstigter Kredite gefördert. Hierzu ist es wichtig sicherzustellen, dass die Fördervoraussetzungen für dieses Programm auch tatsächlich erfüllt werden.

Darüber hinaus gibt es verschiedene Programme vonseiten der Länder, mit denen die Nutzung von Solarenergie genutzt werden soll. Oftmals sind die Länderprogramme dabei an den Umstand gebunden, dass die Solarenergie auch in einer entsprechenden Batterie gespeichert werden kann, was wiederum Kosten für die Anschaffung und Installation eines Speichers nach sich zieht.

Eine weitere Möglichkeit, Förderungen zu erhalten, ist die Integration einer Solaranlage auf dem Terrassendach in die Heizungsanlage des Hauses.

Solarelemente auf dem Terrassendach als Teil der Heizungssanierung

Eine spannende Idee können Solarelemente auf dem Terrassendach als Teil einer Heizungssanierung sein. Denn anders als bei einfacher Stromversorgung über Solarenergie erfolgt für die Anschaffung einer Heizung beispielsweise als Gas-Hybridheizung mit Nutzung von Solarthermie eine Förderung von bis zu 30 % der Kosten aus staatlichen Töpfen winken. Steigen Sie komplett auf erneuerbare Energien um, können sogar bis zu 45 % der Kosten gefördert werden.

Eine weitere Form der Förderung ist die oben bereits erwähnte Einspeisevergütung. Dabei wird die in dem Jahr der erstmaligen Inbetriebnahme geltende Einspeisepauschale für 20 Jahre festgeschrieben. Auch wenn diese deutlich unter dem aktuellen Strompreis liegt, haben Sie somit eine gewisse Planungssicherheit, wenn Sie beabsichtigen, Strom einzuspeisen.

Inwieweit eine Förderung durch einen KfW-Kredit beispielsweise infrage kommt, kann Ihnen Ihr Bankberater sicherlich erläutern. Hier macht es auch Sinn, sich nach einem Renovierungskredit zur Finanzierung der neuen Terrassenüberdachung zu erkundigen. Viele Banken und Bausparkassen bieten entsprechend vergünstigte Kredite für Renovierungen und Modernisierungen an, die wiederum mit den KfW-Förderkrediten kombiniert werden können.

Fazit

Eine Solar-Terrassenüberdachung schafft nicht nur eine perfekte Überdachung für Ihre Terrasse. Hier haben Sie Ihr eigenes Kraftwerk, einen starken Beitrag zum Umweltschutz und eine Einnahmequelle oder wahlweise die Möglichkeit zu erheblichen Einsparungen in den Bereichen Steuern und Stromkosten in einem. Vor allem sinkende Preise in der Anschaffung und Installation solcher Anlagen und steigende Energiepreise machen den Gedanken an eine Solar-Terrassenüberdachung immer attraktiver. Allerdings sollten Sie auch die Nachteile vor allem in puncto Wartung und Pflege der Anlagen nicht außer Acht lassen.

(Quelle: https://www.terrassenüberdachung.com/solarterrassendach/)


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