Windfang an Hauseingang anbauen

Ein Windfang am Hauseingang bietet viele Vorteile. Foto wolfields via pixabay
Ein Windfang am Hauseingang bietet viele Vorteile. Foto wolfields via pixabay

Der Windfang am Hauseingang war bis in die 1980er-Jahre in ganz Deutschland weit verbreitet. Aber wie ist der Trend heute? Wir sagen es Ihnen.

Heute findet man den klassischen Windfang eher in Süd- und Norddeutschland, wo gerade in den Herbst- und Wintermonaten Wetterextreme zu erhöhtem Schutzbedürfnis der Häuser und insbesondere der Hauseingänge führen. Dabei war der klassische Windfang am Hauseingang ein in sich geschlossener Raum, in dem oft noch zusätzliche Möglichkeit zur Lagerung von Schuhen, Schirmen und Jacken vorhanden waren. Man betrat den Windfang, schloss die Tür hinter sich und kam erst dann durch die Haustür in den eigentlichen Flur und Wohnbereich.

In der modernen Architektur spielt der Windfang wieder eine zunehmend starke Rolle. Allerdings hat er sein Gesicht heute drastisch verändert. War der Windfang früher ein in sich geschlossener Raum, ist er heute in mindestens einer Richtung offen.

Der Grund dafür ist einfach zu erklären: Die Zielsetzung eines Windfangs in den 1970er-Jahren lag in erster Linie darin, die Wärme im Inneren des Hauses zu halten – auch wenn die Haustür geöffnet werden musste. Das war umso wichtiger, da die Häuser ohnehin oftmals nicht nach dem heutigen Standard gedämmt waren und somit ein erheblicher Wärmeverlust im Winter an der Tagesordnung war. Ein Windfang war da die perfekte Möglichkeit, diesen etwas zu reduzieren.

Hinzu kam, dass er zusätzlichen Stauraum bot. Heute sind moderne Häuser mit neuen Energie- und Dämmstandards versehen – ein Wärmeverlust über die Hülle des Hauses ist heute eher zu vernachlässigen. Damit fällt der kurzzeitige Wärme-Kälteaustausch bei einer geöffneten Haustür nicht weiter ins Gewicht. Aus diesem Grund findet man an vielen modernen Häusern der letzten zwei bis drei Jahrzehnte keinen von vornherein geplanten Windfang mehr.

Windfang – der klassische Anbau an den Hauseingang

Dafür hat der Windfang aber einen anderen Vorteil. Er hält Regen, Wind und damit auch Schmutz, den beide mit sich bringen können, von der Eingangstür fern. Wer schon einmal abends vor seiner eigenen Haustür stand und den Haustürschlüssel gesucht hat weiß, dass das unter einem Vordach mit Windfangwänden rechts und links deutlich angenehmer ist als ohne Schutz vor Wind und Regen.

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Aus diesem Grund wird der Windfang in den letzten Jahren auch in Regionen in Deutschland, in denen er über viele Jahre nicht zum klassischen Stadtbild gehörte, wieder mehr gebaut. Gleichzeitig wächst die Zahl der Hauseigentümer, die einen Windfang nachträglich an ihre Bestandsimmobilie anbauen möchten. Dabei gibt es eine Vielzahl verschiedener Möglichkeiten und Varianten, einen solchen Windfang anzubauen.

Da wäre einmal die einfache Überdachung mit einer oder wahlweise zwei Seitenwänden, die jeweils als einzelne Elemente an der Wand über und neben der Tür angebracht werden. Alternativ bietet sich ein teilgeschlossener Windfang an.

Hier ist die Wand rechts oder links der Tür komplett geschlossen, und es wird eine Wand parallel zur Haustür gezogen. Hier entstehen ein seitlicher Eingang und ein überdachter und weitgehend windgeschützter Raum. In diesem Raum lässt sich oftmals auch ein Briefkasten aufhängen, sodass er vor Wind und Wetter geschützt ist. Die dritte Variante ist ein einfacher, nach vorne hin offener Vorbau.

Dabei sind das Dach und die beiden Seitenwände fest miteinander verbunden, und die Seitenwände reichen bis zum Boden bzw. sind mit einem Fundament in der Erde verankert. Die beiden letzteren Varianten sind natürlich am aufwändigsten und arbeits- sowie kostenintensivsten. Das einfache Anbringen eines oder zweier Seitenelemente mit einer einfachen Überdachung ist Vergleich dazu die günstigste Variante und kann von vielen Heimwerkern auch selbst erledigt werden.

Benötige ich eine Baugenehmigung

Wer einen Windfang anbauen möchte, stellt sich in der Regel als erstes die Frage, ob eine Baugenehmigung erforderlich ist. Das ist tatsächlich von Bauvorhaben zu Bauvorhaben und von Bundesland zu Bundesland verschieden.

Zum einen kommt es darauf an, wie genau der Windfang gestaltet werden soll. Besteht dieser aus drei Elementen (Dach und zwei Windschutzflügel), die nicht miteinander verbunden, sondern nur an der Wand befestigt sind, erfüllt er nicht einmal die Voraussetzungen eines echten Anbaus. In diesem Fall ist auch keine Baugenehmigung erforderlich – wohl aber eine Mitteilung bei der zuständigen Baubehörde, dass eine Änderung an der Fassade vorgenommen wird.

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Doch auch in den meisten anderen Fällen gehört der Windfang als Anbau am Hauseingang zu den verfahrensfreien Bauvorhaben. Das Problem dabei: Jedes Bundesland hat hier sein eigenes Baurecht. Abstandsflächen, Straßenbild und verschiedene andere Faktoren können bei der Frage nach einer notwendigen Baugenehmigung eine Rolle spielen. Aus diesem Grund sollten Sie nach abgeschlossener Planung und vor Beginn der Bautätigkeit auf jeden Fall eine Anfrage bei dem zuständigen Bauamt stellen.

Was gibt es zu beachten?

Grundsätzlich ist der Anbau eines Windfangs erst einmal ein Bauvorhaben wie jedes andere auch. Das heißt, Sie sollten bei der Planung auf jeden Fall darüber nachdenken, wie Ihr Windfang genau aussehen soll, aus welchem Material er bestehen soll, ob Sie fertige Elemente verwenden, ein Unternehmen beauftragen oder Ihren Windfang komplett selbst bauen möchten.

Bei der Verbindung zwischen Windfang und Hauswand ist es wichtig, auf die Isolierung zu achten und die Fassade als solche nicht zu beschädigen. Ist das Haus beispielsweise verputzt, muss eine solche Verbindung anders aussehen als bei einem Backsteinhaus oder bei einem Haus, dessen Fassade komplett verklinkert ist.

Darüber hinaus gilt es, bereits an dieser Stelle zu prüfen, ob in dem Zusammenhang noch weitere Arbeiten notwendig sind. Wer einmal dabei ist, einen Windfang zu bauen, kann bei Bedarf auch direkt die Haustür ersetzen oder eine neue Klingelanlage installieren. Vor allem bei älteren Häusern kann es Sinn machen eine neue Klingelanlage mit Türsprechanlage über das häusliche WLAN in ein nach und nach ausgebautes Smart Home System zu integrieren.

Was kostet mich der Anbau?

Wenn Sie einen Anbau vor dem Hauseingang planen, sind die Kosten ganz erheblich abhängig von Ihren Vorstellungen. Soll es sich dabei lediglich um ein Pultvordach und entsprechende Seitenelemente handeln, sind Sie oft schon ab 700 Euro mit hochwertigen Elementen gut versorgt.

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Soll es sich hingegen um einen Anbau am Hauseingang mit einer größeren Dachfläche und fest verbauten Seitenwänden handeln, müssen Sie in der Regel mit Kosten ab 1.000 Euro rechnen. Zumindest, wenn Sie den Anbau für den Hauseingang selbst setzen und dafür einfache Mauern ziehen und eine Dachkonstruktion aus Holz bauen möchten. Für entsprechend hochwertige Aluminiummodule liegen die Kosten hier schon recht schnell bei 2.500 bis 3.000 Euro.

Fazit

Ein Windfang kann auch bei modernen Häusern mit einer vergleichsweise guten Wärmedämmung einige Vorteile mitbringen. Angefangen vom wind- und wettergeschützten Briefkasten über den Umstand, dass Sie hier vor der eigenen Haustür nicht mehr im Regen stehen, bis hin zu dem Vorteil, dass Blätter, Sand und anderer Schmutz nicht mehr bis direkt vor Ihre Haustür geweht werden. Wenn Sie einen entsprechenden Anbau vor Ihrem Hauseingang planen, sollten Sie auf jeden Fall einmal die rechtlichen Voraussetzungen prüfen lassen.

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Der Autor Hajo Simons

Verfasst von Hajo Simons

arbeitet seit gut 30 Jahren als Wirtschafts- und Finanzjournalist, überdies seit rund zehn Jahren als Kommunikationsberater.
Nach seinem Magister-Abschluss an der RWTH Aachen in den Fächern Germanistik, Anglistik und Politische Wissenschaft waren die ersten beruflichen Stationen Mitte der 1980er Jahre der Bund der Steuerzahler Nordrhein-Westfalen (Pressesprecher) sowie bis Mitte der 1990er Jahre einer der größten deutschen Finanzvertriebe (Kommunikationschef und Redenschreiber).