Solar Carport – Kosten, Vorteile & Nachteile

Ein Solarcarport ist eine wunderbare Möglichkeit, Kosten im Bereich Haushaltsenergie erheblich zu reduzieren. Vor allem in der heutigen Zeit stark steigender Energiepreise hat ein solcher Solarcarport einen gewissen Reiz.

Nicht nur für Hausbesitzer – aber eben ganz besonders für diejenigen, die die Möglichkeit haben, vollkommen unabhängig zu entscheiden, ob sie sich einen solchen Carport bauen möchten oder nicht.

Dabei ist ein Solar Carport natürlich nicht die einzige Möglichkeit, Sonnenenergie sinnvoll und nachhaltig zu nutzen. Aber eben eine besonders elegante. Auch wer seine Garage sanieren möchte und die Gelegenheit hat, hier eine Photovoltaikanlage auf dem Garagendach zu installieren, kann die Energie der Sonne ebenso sinnvoll nutzen.

Generell ist die energetische Sanierung im Augenblick ein gern gewähltes Mittel, um einerseits den eigenen CO2-Fußabdruck zu verkleinern und parallel dazu einfach mal eine ganze Menge laufender Kosten einzusparen. Dank staatlicher Unterstützung halten sich die Kosten in vielen Fällen sogar durchaus in Grenzen.

Bleibt die Frage, inwieweit ein solches Solar Carport einerseits dabei hilft, der Umwelt etwas Gutes zu tun und andererseits die eigenen laufenden Kosten tatsächlich zu reduzieren. Wir haben einmal genauer hingeschaut und hier die wichtigsten Fakten für Sie zusammengetragen.

Wie funktioniert ein Solarcarport?

Um zu verstehen, wie ein Solarcarport funktioniert, muss erst einmal klar sein, was ein Carport überhaupt ist. Grundsätzlich ist ein Carport ein überdachter Stellplatz für ein Auto – zumindest ist das die ursprüngliche Bedeutung des Wortes. Dieser kann entweder direkt vor dem Haus sein, sodass das Dach an das Haus angebaut wurde. Oder der Carport ist freistehend und das Dach ruht auf mehreren Pfeilern – zumeist auf vier oder mehr.

Bei einem Solarcarport sind auf der Überdachung zusätzlich Solarpaneele befestigt. Diese fangen die Sonnenergie ein und wandeln sie in handelsübliche Haushaltsenergie (Strom) um. So können Sie beispielsweise Ihren Haushalt mit Strom versorgen und dabei auch noch überschüssigen Strom ins allgemeine Stromnetz einspeisen.

Schon gewusst?

In der gesamten EU wird sich in den nächsten Jahren in Sachen Energieverbrauch einiges ändern. Denn die EU hat vor Kurzem einen Entschluss zum Ausstieg aus der Nutzung von Verbrennermotoren bei PKWs gefasst. Dem Plan der EU zur Folge dürfen ab dem Jahr 2035 keine Verbrenner-Fahrzeuge mehr als Neuwagen verkauft oder zugelassen werden.

Ob das letztlich tatsächlich so kommt, hängt noch von einigen gesetzgeberischen Hürden ab. Fakt ist aber, dass die Zahl der E-Autos in den nächsten Jahren sehr stark zunehmen wird. Denn unabhängig von den Plänen der EU haben bereits zahlreiche Autobauer einen Teil ihrer Produktion komplett auf E-Autos umgestellt – und haben angekündigt, diese Entwicklung fortzusetzen. Insofern wird der Stromverbrauch in den meisten Haushalten in den nächsten Jahren weiter steigen – und es werden auch im privaten Bereich nach und nach immer mehr Ladestationen entstehen.

Wer die Fahrt im E-Auto dann wirklich zu 100 Prozent klimaneutral gestalten möchte, wird um eine Photovoltaikanlage nicht herumkommen – andernfalls entstehen allein durch den Strom fürs Aufladen des Autos wieder neue Emissionen. Ein Solarcarport kann hier also nicht nur die Kosten senken, sondern auch den Traum vom emissionsfreien Fahren wahr werden lassen.

Was kostet ein Solarcarport?

Die Kosten für einen klassischen Carport können sehr stark variieren. Das hängt unter anderem von der Größe des Carports und von dem verwendeten Material ab. Aber auch Faktoren wie zusätzliche geschlossene Wände oder eine interne Beleuchtung können den Preis in die Höhe treiben. Dann stellt sich zu guter Letzt die Frage, ob Sie einen Bausatz erwerben und die Arbeit selbst erledigen möchten oder ob Sie direkt einen Fachmann ans Werk lassen.

Ein ganz klassischer Carport verursacht im Durchschnitt Kosten zwischen 2.000 und 5.000 Euro – zumindest, wenn Sie es von einem Fachmann errichten lassen. In Eigenregie geht es natürlich auch günstiger – teurer geht selbstverständlich immer.

Das Problem bei einem Solarcarport im Vergleich zu einem klassischen Modell ist aber, das Sie hier nicht viel in Eigenleistung tun können. Auch die Materialfrage stellt sich zumeist gar nicht, da bestimmte Materialien notwendig sind, um den Belastungen durch die Solaranlage auf dem Dach standhalten zu können.

Darüber hinaus ist bei den Solarcarport Kosten auch der Anschluss ans allgemeine Netz sowie die Abnahme des Carports durch einen entsprechenden Prüfer hinzuzurechnen. Der reine Carport, also ohne Elektriker, Montage und Solarteur, kostet in der Regel rund 16.000 Euro für einen Carport mit einem PKW-Stellplatz. Soll es ein Doppelcarport werden, landen Sie bereits bei rund 23.000 Euro. Die oben aufgeführten Kostenpunkte müssen Sie hier noch dazurechnen.

Solarcarport – Vorteile & Nachteile

Ein Solarcarport bringt eine ganze Reihe von spannenden Vorteilen – aber natürlich auch den einen oder anderen Nachteil. Beginnen wir einmal mit den Vorteilen:

  • Sie erzeugen Ihre eigene Energie und sparen damit bares Geld in Sachen Energiekosten
  • Überschüssiger Strom (vor allem in den Sommermonaten) kann direkt ins allgemeine Stromnetz eingespeist werden, und Sie erhalten eine entsprechende Vergütung
  • Mit einem E-Auto können Sie wirklich emissionsfrei fahren und reduzieren damit Ihren CO2-Fußabdruck erheblich.
  • Mit einer ausreichend großen Solarfläche und einem Speichermodul können Sie bis zu 50 Prozent Ihres Stromverbrauchs über die Selbstversorgung abdecken

Doch, wie viele Dinge im Leben hat auch der Solarcarport seine Schattenseiten – in diesem Fall sogar im wahrsten Sinne des Wortes. Denn:

  • Im Winter oder in Jahren mit wenigen Sonnenstunden auch im Sommer ist die Solaranlage auf dem Dach weniger nützlich – schließlich besteht eine große Abhängigkeit von der tatsächlichen Sonneneinstrahlung.
  • Wenn der Standort für Ihr Carport den ganzen Tag über im Schatten liegt, eignet sich der Standort schlichtweg nicht – wer hier wenig flexibel ist, hat womöglich gar keine Chance, ein Solarcarport zu nutzen.
  • Die Anschaffungskosten sind deutlich höher als die für einen klassischen Carport. Bis die höheren Kosten durch die Einsparungen in Sachen Stromkosten und die Einnahmen durch die Einspeisung ausgeglichen sind, vergehen oftmals zehn Jahre und mehr.

Benötige ich einen PV Speicher?

Ein PV Speicher ist nicht zwangsläufig erforderlich – er bringt aber letztlich nur Vorteile mit. Von den zusätzlichen Kosten für den Speicher einmal abgesehen. Wenn Sie über keinen Speicher verfügen, wird jede Kilowattstunde, die Sie nicht verbrauchen, direkt ins allgemeine Stromnetz eingespeist.

Mit einem Speichermodul können Sie etwas von dem erzeugten Strom speichern und diesen dann später – zum Beispiel in der Nacht oder in anderen Zeiten ohne ausreichende Sonneneinstrahlung – verwenden. Das macht vor allem bei einer geplanten Nutzung für die Ladung eines E-Autos Sinn. Denn das Auto wird in den meisten Fällen über Nacht an die Ladestation angeschlossen. Nur wenn Sie hier über einen entsprechenden Speicher verfügen, können Sie für das Laden Ihres E-Autos bei Nacht auch wirklich Strom aus der eigenen Solaranlage verwenden.

Fazit

Ein Solarcarport ist eine gute Möglichkeit, eine eigene Solaranlage zu realisieren und damit Sonnenenergie beispielsweise zum Laden des eigenen E-Autos oder eben für den Verbrauch im Haushalt zu nutzen. Es gibt allerdings günstigere Alternativen. Wenn Sie beispielsweise bereits ein Terrassendach mit einer entsprechend guten Lage und einer hohen Stabilität haben, können Sie auch eine Photovoltaikanlage auf Ihrem Terrassendach installieren – das ist meist günstiger, als einen kompletten Solarcarport zu kaufen und installieren zu lassen.

Foto: AZ.BLT via Twenty20

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