Videoüberwachung für Haus & Grundstück

Eine Videoüberwachung am Haus wird für immer mehr Hausbesitzer interessant. Das hat einen einfachen Grund. Trotz sinkender Einbruchszahlen Jahr für Jahr nimmt die Angst vor Einbrüchen eher zu als ab.

Das ist auch nachvollziehbar – schließlich haben die in den letzten Jahren gesunkenen Zahlen auch etwas mit der Pandemie zu tun und damit, dass die Menschen in dieser Zeit überwiegend zu Hause waren.

Die erwachte Reiselust und der Umstand, dass nun auch wieder an den Abenden unter der Woche und am Wochenende mehr unternommen wird, kommen Einbrechern eher entgegen. Außerdem hat sich in den letzten Jahren in manchen Regionen Deutschlands ein regelrechtes Wettrüsten unter den Hausbesitzern ergeben. Die Alarmanlagen und der Einbruchschutz wurden immer besser und ausgeklügelter, sodass Einbrechern immer weniger Möglichkeiten bleiben. Da trifft es am Ende zumeist das Haus mit dem schlechtesten Sicherheitssystem.

Doch eine Videoüberwachung am Haus dient nicht nur dem Schutz vor Einbrechern. Auch andere Gewaltdelikte können durch eine solche Kamera vermieden und der persönliche Schutz erheblich verbessert werden. Wer schon vor dem Öffnen der Tür weiß, wer vor der Tür steht, läuft nicht Gefahr, in eine Falle zu tappen. Selbst Trickbetrügern wird das Leben durch eine gute Videoüberwachung erschwert.

Doch wer sein Sicherheitssystem aufbessern und um eine Kamera erweitern möchte, der muss dabei auch einige Dinge beachten. Zum einen stellt sich die Frage, welche Möglichkeiten sich Ihnen in diesem Bereich der Sicherheitstechnik bieten. Zum anderen dürfen durch eine Videoüberwachung am eigenen Haus auch die Rechte anderer nicht verletzt werden. Daher ist es wichtig zu beachten, was in diesem Bereich erlaubt ist und was nicht.

Schon gewusst?

Sie möchten wissen, wie gefährdet Ihr Haus tatsächlich für einen Einbruch sein könnte? Verschiedene Ministerien haben zu diesem Zweck einen Deutschlandatlas zum Thema Wohnungseinbrüche gestaltet. Hier wird gezeigt, welche Regionen besonders gefährdet sind. Die Spannbreite ist dabei wirklich sehr breit – von 7 Einbrüchen auf 100.000 Einwohnern im Jahr bis hin zu 254 Einbrüchen pro 100.000 Einwohner im Jahr.

Videoüberwachung – Welche Möglichkeiten gibt es?

Wer über eine Videoüberwachung am Haus nachdenkt, hat dabei in der Regel drei Möglichkeiten:

  • IP-Kameras
  • WLAN-Kamera
  • Video-Türsprechanlagen

Jede dieser Varianten hat ihre Vor- und Nachteile. Wir haben hier einmal die wichtigsten Informationen für Sie zusammengetragen.

IP-Kameras

Das IP in IP-Kamera steht für die Begriffe „Internet Protokoll“. Eine IP-Kamera wird in der Regel über ein LAN-Kabel mit einem Router verbunden und hat hierüber eine Verbindung ins Internet. Sie können Ihre IP-Kameras damit auch über das Internet von überall auf der Welt steuern und einsehen. Parallel dazu wird das Bildmaterial aufgezeichnet. Hier haben Sie beispielsweise die Möglichkeit, dieses Material auf den Servern von entsprechenden Sicherheitsfirmen speichern zu lassen.

Sie können allerdings auch einen vollkommen anderen Speicherplatz in der Cloud oder einfach auf Ihrem privaten PC wählen. IP-Kameras eignen sich grundsätzlich besonders gut, wenn Sie auch von außerhalb des Hauses Zugriff auf Ihre Kamera haben möchten.

WLAN-Kamera

Auch eine IP-Kamera kann eine WLAN-Kamera sein. Nämlich dann, wenn statt der LAN-Verbindung eine WLAN-Verbindung zum Router hergestellt wird. Unter der Rubrik WLAN-Kamera gehen wir hier allerdings hauptsächlich auf solche ohne eine Internetverbindung ein.

WLAN-Kameras eignen sich besonders gut, um in ein vorhandenes Smart Home System eingebaut zu werden. Die Kamera ist über das WLAN mit dem Ausgabebildschirm im Inneren des Hauses verbunden. Das kann ein Tablet, das Handy oder ein eigens dafür vorgesehener Bildschirm sein. In vielen Fällen können Sie Ihre WLAN-Kamera über eine App steuern. Hat die Kamera keine Internetverbindung, müssen Sie dafür allerdings mit dem steuernden Gerät (beispielsweise dem Handy) und der Kamera im selben WLAN-Netzwerk angemeldet sein.

Aber Vorsicht!

Zu WLAN-Kameras gibt es weit auseinandergehende Meinungen. Die einen behaupten, diese Kameratypen wären besonders anfällig für Hacker und solche, die Daten aus Ihrer Kamera klauen oder die Bilder beeinflussen möchten. Andere stehen auf dem Standpunkt, diese Anfälligkeit sei ein Märchen, um andere Kameratypen am Markt interessanter zu machen.

Fakt ist, dass jedes WLAN-System gehackt werden kann. Das trifft aber auch auf jede IP-Kamera mit einem LAN-Anschluss zu. Denn letztlich kann jedes mit dem Internet verbundene Gerät gehackt werden. Bei WLAN-Kameras ist es nicht per se so, dass sie unsicherer wären als andere Kameras. Sie als Verbraucher müssen nur einen wichtigen Fakt wissen. Wenn das WLAN-Netzwerk, in dem Ihre Kamera angemeldet ist, ungeschützt ist, kann jeder Fremde im Senderadius des WLAN-Routers auf diese Kamera zugreifen.

Aus diesem Grund ist es einfach besonders wichtig, die Kamera und das ganze WLAN-Netzwerk entsprechend abzusichern. Dann besteht hier auch keine gesteigerte Gefahr.

Video-Türsprechanlage

Bei der Video-Türsprechanlage handelt es sich nicht um eine klassische Art der Videoüberwachung am Haus. Viel mehr ist hier die Kamera neben der Klingel oder der Sprechanlage installiert und erfüllt eher die Aufgabe, die bei Wohnungstüren oft dem sogenannten „Türspion“ zukommt.

Die Video-Türsprechanlage filmt auch nicht die ganze Zeit. Hier sind in der Regel Bewegungssensoren verbaut, die dazu führen, dass die Kamera immer dann angeht, wenn sich etwas vor der Haustür bewegt. Während Sie eine normale Überwachungskamera nach Belieben einstellen können, fixiert die Kamera in der Türsprechanlage starr den Bereich vor der Tür.

Das bringt Ihnen aber den Vorteil, dass Sie, wenn es klingelt, wissen, wer vor der Tür steht, ohne diese öffnen zu müssen. Übertragen wird das Bild je nach Modell über Funk oder WLAN oder aber über eine Kabelverbindung. In den meisten Fällen geht das Bild an einen Bildschirm, der Ihnen auch die Möglichkeit gibt, die Türöffnungsanlage bei Bedarf zu bedienen.

Die Video-Türsprechanlage eignet sich besonders gut für all diejenigen, die stets gern wissen möchten, wer bei ihnen klingelt und wem sie beim Öffnen der Tür womöglich gegenüberstehen.

Videoüberwachung am Haus – rechtliche Vorgaben (Was darf man, was nicht)

Eine Videoüberwachung am eigenen Haus ist in der Regel erlaubt – zumindest solange diese Überwachung nur das eigene Grundstück umfasst. Sollten über die Kamera allerdings auch Bereiche eingeschlossen sein, die nicht zu Ihrem Grundstück gehören, ist die Genehmigung des Grundstücksbesitzers einzuholen.

Das Gleiche gilt übrigens auch für Personen, die regelmäßig und für einen längeren Zeitraum mit der Kamera überwacht werden können. Selbst wenn sich diese Personen auf Ihrem Grundstück aufhalten. Der Gärtner beispielsweise, der regelmäßig Ihren Vorgarten pflegt und dabei stets voll im Bild ist, muss sich mit dieser Art der Überwachung einverstanden erklären.

Was nicht erlaubt ist, ist die Einstellung einer Überwachungskamera direkt auf einen benachbarten Hauseingang oder so, dass der öffentliche Raum wie beispielsweise der Gehweg vor Ihrem Haus überwiegend von der Überwachung betroffen ist. Grundsätzlich empfiehlt es sich, vor der Installation einer Überwachungskamera mit den womöglich betroffenen Nachbarn zu sprechen und sich eine Zustimmung zur Installation der Kamera unterschreiben zu lassen.

Kameras am Haus installieren – 3 Punkte, auf die Sie achten sollten

Wenn Sie eine Kamera am Haus installieren möchten, sollten Sie vor allem auf drei wichtige Punkte achten.

  1. Überlegen Sie sich gut, ob die Kamera sichtbar sein soll. Eine gut sichtbare Kamera kann Einbrecher abschrecken. Andererseits kann eine gut sichtbare Kamera es geschickten Einbrechern auch ermöglichen, den Kamerawinkel perfekt zu umgehen.
  2. Wenn Sie eine Kamera mit Kabelverbindung installieren, sollten die Kabel möglichst unsichtbar sein. Andernfalls können potenzielle Einbrecher die Kamera schnell ausschalten, indem einfach die Kabel durchgeschnitten werden. Ob das dann immer sofort auffällt, ist eine andere Frage.
  3. Prüfen Sie vor der Installation der Kamera sorgfältig, welche Bereiche vom Kamerawinkel wirklich umfasst werden. Sind Nachbarn betroffen, sollten Sie frühzeitig mit offenen Karten spielen und sich im Idealfall eine schriftliche Genehmigung holen.

Fazit

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, eine Videoüberwachung am Haus zu installieren. Dabei gilt es allerdings auch die eine oder andere Klippe zu umschiffen. Welche Kamera letztlich am besten zu Ihnen passt, ist weitgehend Geschmackssache und natürlich davon abhängig, welchen Bereich Ihres Grundstücks Sie tatsächlich überwachen möchten.

Foto: travelarium via Twenty20

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